Catch ya lata, Australia!

16Juni2014

Nach einer scheinbar endlos langen Nachtbusfahrt (15 Stunden! Ich komme immernoch nicht aus dem Staunen heraus, wie gigantisch gross dieses Land ist) oeffne ich meine Augen gerade im richtigen Moment, um das Opernhaus an mir vorbeiziehen zu sehen. Goldgelb von der Sonne angestrahlt, eindrucksvoll wie am ersten Tag und so vertraut, als waere ich nie von Sydney weg gewesen. Wenig Schlaf, verpannter Nacken und ein Ruecken, der mich umbringt. (Schmerzen von meinem kleinen Surfunfall kombiniert mit meiner halb liegenden, halb sitzenden Embryoschlafstellung – jeder Wirbel singt Dankeshymnen) Dazu kommt natuerlich noch mein eisernes Langschlaferdasein, dass um sieben Uhr morgens verzweifelt aufschreit und sich genervt auf die andere Seite rollt. Trotz all dem bin ich hellwach und durch und durch gluecklich. Genau jetzt, genau hier koennte ich die Welt umarmen und ihr an der Stelle, an der diese wundervolle Insel, mein unendlich grosses Australien, liegt einen dicken Schmatzer aufdruecken. Wie in Trance sehe ich mein ehemaliges zuhause, meinen heiss geliebten Darlinghabour vorbeiziehen. In den verspiegelten Wolkenkratzern reflektiert die Sonne den Westfieldtower, der meine ehemalige Arbeit, oh geliebter Doenerstand in der Fressmeile, beheimatet. Der Bus stoppt. Ich bleibe sitzen. Bin wie paralysiert von dem Gedanken: Ich bin zuhause.. und fliege von hier nach hause hause. Eine unglaubliche schwere legt sich auf mein reisebegeistertes Herz. Gut, dass ich an der Central Station gelandet bin und nicht direkt in Darling Habour, sonst waere meine Vorfreude, wieder nach Deutschland zu fliegen vermutlich nackig und heulend wie ein Kleinkind von der Pyromont Bridge gesprungen. Die Centralstation erweckt keinerlei Sentimentalitaet in mir. Der einfache Grund dafuer: Sie ist die Herausforderung fuer jeden Backpacker mit Orientierungssinn und fuer mich... (ihr wisst, wie gut ich mich verlaufen kann!) die Hoelle unter den Zugstationen. Zu gross, zu viele Ein- und Ausgaenge und zu lange Wege (wieder einmal ein Moment, in dem ich unendlich froh bin, keinen schweren Backpack auf dem Ruecken zu haben, sondern meine uncoole Rolltasche hinter mir her zu ziehen, schwer genug). Fasziniert laufe ich im Labyrinth umher, beobachte meine geliebten, gestressten und aufgestylten Businessmenschen. Ich verstehe immernoch nicht, warum diese Leute das Hauptargument der meisten Backpacker sind, warum sie Sydney nicht moegen. Ich laufe auf eine Treppe zu, lasse meine fette, unhandliche Tasche unten stehen, um erst Backpack und Handtasche hochzuschleppen. Als ich mich umdrehe, um sie zu holen, grinst mich ein Typ an. Er hat die Tasche in den Haenden, stellt sie neben mir ab, murmelt ein fluechtiges “no worries” und hastet davon. Anzugtyp, Businesstyp, total in Eile... und hat doch meine 24 Kilo schwere Last die Treppen hinaufgetragen und soeben mein Bild der Sydneysiders verkoerpert. Ich liebe liebe liebe Euch! Ich nehme den Zug nach Kings Cross, Partyviertel, ein weiteres altes zuhause von mir. Einen Cappuccino in der einen Hand, mein Gepaeck auf Ruecken und andere Hand verteilt, schlender ich durch die Partmeile Sydneys. Rotlichtschuppen, wie “Adultstores” und Stripbars reihen sich an Pubs, Clubs und einige meiner Lieblingsdiscos. Ohne die ganzen Drogensuechtigen und Prostituierten, die hier nachts herumlungern, sieht es hier gar nicht mal so uebel aus.

Sydney begruesst mich mit warmender Wintersonne (fuer deutsche wetterverhaeltnisse wohl eher  als fruehsommerliche Sonne zu bewerten) und ich werfe einen fluechtigen Blick in die heruntergekommene Gasse, in der sich das ebenso heruntergekommene Australian Backpackers, mein zuhause fuer ueber einen Monat befindet. Gut, jetzt werde ich doch sentimental. Ein weiterer Schluck von meinem medium cappuccino, one sugar, extra chocolate powder und mich ueberkommen all die Dinge, die ich so sehr vermissen werde. Einkaufen, nein shoppen in Woolwort und Coles, reduzierte Backware nach acht, die Regale voll mit Produkten wie Vegemite, scheusslichen Brot (nein, das werde ich nicht vermissen), Timtam und Milow. Hilfsbereite, offene Aussies, die dich an der Kasse: “how ya doinig” und “how is going” fragen und dich mit einem gelachelten “no worries, mate” bedienen. Der australische Akzent, aussie BBQs, die Gastfreundschaft, Sonnenaufgaenge an der Ostkueste, Sonnenuntergaenge an der Westkueste, die Surfnation (kleine Kinder, die Wellen reiten, als waeren sie auf dem Board geboren... sind sie vermutlich auch), football australian rules (natuerlich auch die kurzen shorts der Spieler), fish n chips, sushi take away rolls, endlos lange Sandstraende, die mich vermutlich fuer mein Leben fuer alle anderen Straende verdorben haben, Regenwald, rotes Nichts und das Reisen. Dieser endlose Durst nach Neuem. Keine Solo und kein milky tea kann den stillen.

Jetzt sitze ich hier also in dem Buero der Organisation (dieser unnoetigen Organisation, die ich kein einziges Mal gebraucht habe!) und schreibe mir die Seele aus dem Leib ueber dieses Land, das ich so sehr zu lieben gelernt habe. Nie in meinem Leben hatte ich das Gefuehl, so viel erlebt zu haben wie in diesen 9 Monate meines Reisens. Palmen, Great Barrier Reef, Strand und relaxen oben in Cairns. Regenwald und Krokodile im Norden des huebschen Port Douglas. Farmarbeit in lovely Innisfail. Ein einzigartiger Roadtrip die Ostkueste hinunter, zu viel gesehen, um es aufzulisten. Whitsundays und ein BBQ am Strand zu Weihnachten. Neujahr und gigantisches Feuerwerk in Sydney. Nationalparks, Natur und unglaubliche Landschaften in Neuseeland. Sparroadtrip, bei Kiwis uebernachtet. Monatelang in Syndey gearbeitet. Hotelrezeption, Kebabarbeit und Fundraising. Ein Apartment gehabt, normales Alltagsleben und aus einem Flugzeug gesprungen. Eine Woche in Tasmanien, den schoensten Sonnenuntergang meines Lebens gesehen. Zwei Wochen Melbourne, alternatives, buntes Melbourne. Die Westkueste herauf und herunter. Einmal alle Straende an der Ostkueste ueberboten, Kamele geritten. Outback, Uluru bei Sonnenaufgang, Sonnenuntergang. Viel Nichts und eine unglaubliche Tour. Die Ostkueste ein zweites Mal bereist – nur die Highlights. Noosa & Fraser Island, kann mit Neuseeland konkurrieren, bildschoen! Surfen in Hippie Byron Bay und schliesslich hier in Sydney sitzen und unglaeubig auf all dies zurueckblicken. Was jetzt ansteht? Nochmal mit allen Leuten in Sydney treffen (gleich zum Beispiel mit einer Freundin, die ich in Innisfail kennengelernt habe), gluecklicherweise bei einem Freund unterkommen und auf den naechsten und letzten Stopp meiner Reise freuen: Bangkok, wo ich Katrin wiedertreffen werde.

Aber neben all diesem Abschied nehmen freue ich mich riesig, euch alle wiederzusehen. Meine Familie und Freunde, die mich so sehr die ganze Zeit unterstuetzt haben. Allen voran die tollste Mama der Welt, die mir Woolloomoolloo, meinen Reisegefaehrten, zur Seite gestellt hat und Opa und Irene, meine treusten Blogfollower. Deutsches Brot! BROT! Mit Koernern. Brot, das kein Toast ist! Deutsches Bier! Currywurst. Richtiger Doener! Mamas Lasagne, mit Roni Gassi gehen, mit meinen Freunden ins Boomerang auf einen Cocktail, Fussball und BVB, Handball, meine Fettis, mein Bett... so koennte ich jetzt ewig weiter machen! Ich freue mich auf Euch!

Natur pur – Tassie und Great Ocean Road

16Juni2014

Soooo meine Lieben! Entschuldigt, dass ihr so lange nichts von mir gehoert habt! Es ist unendlich viel passiert und wie immer komme ich mit dem Schreiben nicht nach. Um euch nicht ganz in die Roehre gucken zu lassen, gebe ich euch noch ein wenig Lesestoff. Dann bin ich ja auch schon wieder da und kann alles selbst erzaehlen. Fotos gibt es leider nicht mehr, weil ich mein Datenvolumen ausgeschoepft habe und zu geizig bin, einen Jahresbetrag zu zahlen. Sobald ich in Deutschland bin erstelle ich mir einen komplett neuen Blog und lade alle fehlenden Artikel (vorherige und aktuelle) mit hoch. Die Luecke Melbourne - Westkueste - nochmal Ostkueste denkt euch also einfach weg und dann viel Spass beim lesen! Wir sehen uns in ein paar Tagen! 

Unser Trip nach Tasmanien fing fast so chaotisch an wie der nach Neuseeland: Geplant war naemlich am Flughafen zu schlafen, weil unser Flug frueh am morgen gehen sollte. Der Denkfehler: Der Domestic Airport hat nachts gar nicht auf! Also schoen wie die Obdachlosen vor der Eingangstuer auf dem Boden geschlafen. Dementsprechend habe ich vom Flug so viel mitbekommen: Start und Landung.

Dann kam da natuerlich noch der Moment, wie wir aus dem Flugzeug ausgestiegen sind und uns erstmaldie kalte Tasmanien Luft daran erinnert hat, dass es auch in Australien Winter gibt. So eine bloede Idee im Winter den suedlichsten Punkt Tasmaniens zu bereisen. Aber wollen wir uns mal nicht beklagen und stattdessen lieber ausruesten. Nachdem wir also das Auto abgeholt hatten, ging es zum Kmart (Billigladen in Australien). Ausgestattet mit Jacken, Schals und meiner Deadwombatblanket (suuuperkuschelige Decke, braun, sieht aus wie ein Haufen Fell, also Deadwombatblanket, versteht sich) ging es los Hobart erkunden.

Abends fiel mir dann auf, wie sehr ich das Hostelleben vermisst hatte. Die Apartmentzeit war super schoen keine Frage, aber Hostels sind einfach toll. So viele neue Menschen, immer was los und in diesem Falle ein Australier, der einfach mal so fuer alle Leute, die er mag, kocht. Und wie! Das beste Curry meines Lebens und eine heisse Schokolade zum Nachtisch.

Am naechsten Morgen ging es direkt los mit unserem Roadtrip. Musik, vier Maedels, die Strasse, Natur und... ganz viele tote Wallabies. Am Anfang haben wir noch gezaehlt, irgendwann dann aber aufgehoert. Das ist doch wirklich einfach traurig. Zum einen natuerlich super: Man faehrt quasi direkt durch einen Wald und hat die tollsten Aussichten. Zum anderen faehrt man aber auch durch das zuhause von Wallabies, Opossums, tasmanischen Teufeln und Schnabeltieren (ja ich habe ein totes Schnabeltier gesehen! Und kein lebendes.. ganz schoen deprimierend) und wenn die von ihrem Schlafzimmer in die Kueche huepfen und rennen werden sie einfach platt gefahren. Ganz stolz kann ich aber berichten, wir haben kein Wallabyblut vergossen. Dabei war es einen Abend wirklich wahnsinnig knapp. Wir natuerlich wieder ohne Versicherung unterwegs, es ist stockfinster und Katrin faehrt. Gerade will sie mich irgendwas ueber den Weg fragen und deutet auf die Karte, da springt uns auf einmal ein Wallaby wirklich direkt vors Auto. Ich war so froh, dass ich nicht gefahren bin. Ich haette es bestimmt einfach umgesenst und das Auto und das arme Kuscheltierchen haetten dran glauben muessen. Katrin hat es aber irgendwie geschafft zu bremsen und auszuweichen. Da wird einem aber doch bewusst, wie gefaehrlich und anders das Fahren hier ist (ich erinnere mal an den lieben Marcel, der auf Tasmanien ein Wombat ueberfahren hat.)

Jetzt aber genug von all diesen negativen Gedanken.

Der Freycinet Nationalpark stand zuerst an, da wir uns entschieden hatten die Ostkueste zuerst hochzufahren. Wie es war? Wunderschoen! Endlich mal wieder Walking Tracks laufen, das hatte ich seit Neuseeland ja doch vermisst. Allerdings haben Katrin und ich waehrend des Trips doch gemerkt, dass es stimmt, was alle sagen: Tasmanien ist Neuseeland sehr aehnlich.. nur halt nicht ganz so toll. Den ersten Strand, den wir gesehen haben fand ich aber wirklich unglaublich schoen. Weicher, weisser Sand und dann das Highlight: Tatsaechlich ein Wallaby am Strand! Neben den ganzen Toten, haben wir auch echt viele lebende Wallabies gesehen. Der Score war am Ende glaube ich 17 Tote und 12 Lebende... plus das eine nicht getoetete!

 

Das Tolle an Tasmanien ist auch, dass es super viele schoene freie Campingplaetze gibt, weil der Tourismus angekurbelt werden soll. Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten war, wie kalt es tatsaechlich nachts wurde. Ich konnte meinen Atem sehen! Wie schon in Neuseeland mit vier dicken Lagen Kleidung und meiner geliebten Deadwombatblanket war es allerdings halb so schlimm. Lustig war auch wieder zu sehen, wie sehr sich der Tagesrythmus auf einem Roadtrip umstellt: Um sechs Uhr abends ist es naemlich stockenduster (und kalt). Das heisst man kann vielleicht im Zelt noch ein paar Runden Karten spielen, aber das wars dann auch. Um acht also schlafen gehen. Dafuer wacht man aber mit der Sonne auf und sieht dann morgens direkt so etwas:

 

Da es natuerlich keinen Roadtrip gibt, bei dem man sich nicht saumaessig verfaehrt, haben wir das direkt am zweiten Tag erledigt. Schliesslich kamen wir allerdings doch noch bei unserem Ziel an. (Mal wieder ein Nationalpark, ganz Tasmanien besteht ja aus Nationalparks) und ich war wirklich hin und weg: Diese strahlend orangenen Steine vor dem azurblauen Wasser. Einfach der Wahnsinn! Mama wuerde jetzt vermutlich anfangen zu erklaeren, dass das orange ja durch eine Oxidation entsteht, sprich Rost ist und... aber ich habe es mir einfach nur angeschaut und gestaunt, wie schoen Natur ist. Abends haben wir in der Binalong Bay den Sonnenuntergang angesehen und noch immer kann ich es nicht fassen, wie unglaublich schoen dieser Ort und dieser Moment war. Ich habe nicht das Gefuehl, dass ich dadurch, dass ich so viele schoene Landschaften und Dinge gesehen habe, nicht mehr staunen kann. Ich habe einfach das Gefuel, aus dem Staunen nicht mehr heraus zu kommen. Vermutlich realisiere ich erst in Deutschland, wenn ich die Fotos angucke, dass ich das alles wirklich gesehen habe. Dass das echt ist, kein perfektionierter Windows Hintergrund, gefotoshopt und abgeaendert. Nein, ich habe das alles genau so gesehen! Eigentlich sogar noch schoener, echter.

Bay of fires – wunderschoen. Und warum heisst der Kuestenabschnitt Bay of Fires? Weil es erlaubt ist auf den Campingplaetzen ein Lagerfeuer zu machen. Wir also ganz fleissig Holz gesammelt und abends schoen am Feuer gesessen und Wuerstchen, Toast und Marshmallows gegrillt. (Also die Wuerstchen habe ich dann doch eher wie Met aufs Brot gegessen, weil wir sie nicht gar bekommen haben..) Abends sind aber glaube ich alle wirklich gluecklich ins Zelt gekrochen (diesmal alle vier in eins, in der Hoffnung, es wuerde waermer sein)

Der naechste Tag war ein wahrer Fahrtag. Von wegen Tasmanien ist klein! Wir sind durch den kompletten Norden bis nach Mole Creek. Aber das Fahren macht mir wirklich Spass. Diese kurvigen Strassen, die Natur und gute Musik – heisst ja nicht umsonst Roadtrip, man verbringt eben viel Zeit auf der Strasse. In Mole Creek wartete dann eins meiner persoenlichen Highlights auf uns: Das Trowunna Wildlife Reserve. Da habe ich naemlich ganz viele neue Freunde gefunden. Ich war wirklich erstaunt, wie riesig Kaengurus sind! Eine tasmanische Teufel Fuetterung haben wir auch gesehen. Das sind echt Teufel! Die knurren und fauchen die ganze Zeit. Aber immerhin haben wir mal lebende gesehen, nicht nur platt gefahrene.

Dann natuerlich wieder auf die Strasse. Eine gute Sache hat es, dass wir im Spaetherbst Tasmanien bereist haben: Es war einfach wunderschoen! Ueberall bunte Herbstlandschaften. In das Auto gequetscht, das immer kleiner zu werden schien, das alles an einem vorbeiziehen sehen und dann dieses Wetter! Es war einfach verrueckt! Ich habe nie in meinem Leben so viele Regenboegen gesehen. Erst regnet es, dann scheint die Sonne und es faengt wieder an und... so ging das den ganzen Tag. Dann wieder das altbekannte Roadtripproblem: Wo duschen? Nachdem wir einem echt miesen Facebookwitz auf den Leim gegangen waren (von wegen es gibt heisse Duschen umsonst bei einer angegebenen Adresse, das waren normale Wohnhaeuser ihr Aersche!)sind wir dann doch fuer die Nacht in ein Hostel gegangen. Das war vielleicht die schoenste Dusche meines Lebens. Nach Tagen, die man nur am frieren war, war es einfach das Beste. Schon witzig, wie simple Dinge wie eine heisse Dusche auf einmal so viel an Wert gewinnen. Aber kein Wunder. Wir hatten acht Grad draussen und natuerlich nur unsere duennen Billigjacken.

Am naechsten Tag ging es dann in den Cradle Mountain Nationalpark. Ein saftiger drei Stunden Walkingtrack, wundervolles, aber kaltes Wetter (wir haben Schnee gesehen! In Australien!) und eine unvorstellbar schoene Aussicht. Nicht zu vergessen die heisse Schokolade am Ende. Ich habe mich echt wie bei irgendeiner Wanderung in den Alpen gefuehlt – unglaublich, wie kalt Australien sein kann. Nachts ist es dann tatsaechlich auf ein Grad heruntergekuehlt. Das war dann auch schon das Ende unseres Campingvorhabens. Einfach nicht machbar bei der Kaelte.

Ratet mal, was am naechsten Tag auf dem Plan stand? Richtig! Ein Nationalpark! Ueberraschend. Dieses mal war es der Mount Field Nationalpark. Dort kann man naemlich ganz viele Schnabeltiere sehen. (Englisches Wort: platypus, ist das nicht suess?) Wir haben natuerlich ganz viele Schnabeltiere gesehen... nicht. Aber dafuer hat der ganze Wald nach Eukalyptus gerochen. Abends sind wir dann wieder in das Hostel in Hobart zurueck gefahren. Und ja, ihr braucht gar nicht zu fragen: Der Australier hat wieder gekocht. Original australian Corndogs.

Den letzten Tag auf Tasmanien wollten wir dann mit einem netten Stadtbummel und einer heissen Schokolade in Port Arthur ausklingen lassen. Bei unserer Ankunft dort stellten wir allerdings fest, dass Port Arthur aus ein paar Haeusern und einer Poststelle bestand – ohne Stadt wohl kein Stadtbummel. Der Tasman Nationalpark, der direkt dort liegt hat aber einiges wieder gut gemacht. Also hatten wir die heisse Schokolade einfach im Hostel. Vorher waren wir allerdings noch auf Mount Wellington, von dem man ueber Hobart blicken kann. Das war vielleicht der windigste Ort, an dem ich je war! Wir sind fast weggeflogen! Noch dazu so kalt, dass wir spater alle heulend ins Auto gerannt sind. Aber fuer diese Aussicht hat es sich gelohnt:

 

Der letzte Abend wurde dadurch perfekt, dass besagter Aussie uns das beste Abschiedsfestmahl bereitet hat. Selbstgemachte Pommes, ein Pilzrisotto, ein Thunfischreisauflauf und Nudeln mit Rinderrotweinsosse. Zum Nachtisch mal wieder heisse Schokolade – nett oder?

Ein perfektes Ende fuer einen perfekten Roadtrip. Mal wieder unglaublich, wie schnell so eine Woche umging! Und wie viel wir erlebt und gesehen haben... mein Fazit fuer Tasmanien: Cold, but beautiful!

 

Eigentlich war der Roadtrip aber noch gar nicht beendet. Naechster Stopp war zwar Melbourne (fliegen ist auf einmal so normal fuer mich geworden, schon seltsam) aber von dort aus hatten wir uns direkt ein neues Auto gemietet und sind damit los zur Great Ocean Road. Die Great Ocean Road sagt wohl alles ueber sich schon mit ihrem Namen: Eine Strasse, die direkt an der Kueste entlang fuehrt und daher einfach unglaublich schoen ist.

Genau genommen sind wir aber gar nicht direkt losgefahren. Erstmal mussten wir naemlich unser Gepaeck im Hostel einlagern gehen. Warum? Um Geld zu sparen haben wir das kleinste Auto gemietet. Ich habe ihn liebevoll Snowball getauft. Er war aber auch zu putzig! Nur halt nicht gross genug fuer all unser Gepaeck.

Und wie es dann so kam, war der Campingplatz, den wir vorher herausgesucht hatten natuerlich kein Campingplatz, sondern nur ein Parkplatz, wo man ueber Nacht stehen durfte, Das hiess also mit vier Leuten in diesem Winzauto schlafen. Ich konnte weder meine Beine ausstrecken, geschweige denn auch nur annaehernd liegen. Sitzschlafen ist nicht so entspannt. Dafuer sind wir aber frueh los am naechsten Morgen (vermutlich weil jeder froh war, nicht mehr „schlafen“ zu muessen)

Leider hatten wir ein wenig Pech mit dem Wetter. Es war ziemlich grau und sah nach Regen aus. Allerdings wurde das direkt wieder gut gemacht, denn da waren sie:

 

Koalas! So flauschig, so suess! Kleine graue Kugeln ueberall in den Baeumen , selbst auf den duennsten Aesten.(noch ein Vorteil, im Winter zu reisen: Ohne das ganze Laub, konnte man jeden einzelnen Beutler sehen)Ich habe mich echt gefragt, warum diese dicken, faulen Tiere nicht einfach aus den Bauemen fallen...und war einfach so unglaublich gluecklich, endlich Koalas in freier Wildbahn gesehen zu haben! Wenn ihr mich fragt, ich waere gerne ein Koala! Das muss doch ein Leben sein: Den ganzen Tag fressen, schlafen und high sein. Die Eukalyptusblaetter machen naemlich schlaefrig, das heisst man hat immer eine Ausrede, warum man den ganzen Tag nichts macht. Wie denn aktiv werden, wenn das Hauptnahrungsmittel wie eine Droge ist?

Nach einem typischen aussie breacki (lecker meat pie) ging es dann zu einer der Hauptattraktionen an der Great Ocean Road: Die zwoelf Apostel. Das sind grosse Felsen, die nah an der Kueste aus dem Wasser ragen. Eigentlich sind das allerdings nur elf, weil ein Apostel eingestuerzt ist. Ich habe mich ein bisschen wie bei Steine gucken mit Theisen Reisen gefuehlt: Fahren (unglaublich schoene Kueste direkt neben dir), aussteigen, Fotos von Steinen machen, einsteigen, fahren. Erst „the arch“, dann die „London Bridge“ (die ist auch eingestuerzt und zwar als Leute darauf waren. Die Leute, die auf der Seite waren, die nicht mit dem Festland verbunden war, wurden erst Stunden spaeter von einem Helikopter gerettet), dann „The Grotto“ und danach noch „Bay of Islands“. Da hat dann noch ein kleines, unerwartetes Highlight stattgefunden: Wir haben Pinguine gesehen! Ganz viele kleine Pinguine!

Selbst wenn dieser Mniroadtrip eigentlich nur zwei Tage dauerte, habe ich ihn wirklich genossen. Die Kuestenstrasse entlang fahren, die verruecktesten Kurven und so viele wunderschoene Stopps. Das war naemlich erstmal der letzte Roadtrip. Naechster Stopp: Melbourne. Da haben wir dann zwei Wochen Zeit, die Stadt zu erkunden. Ich bin mal gespannt, wie es dort ist. Wenn es nur halb so gut ist, wie jeder sagt, bin ich jetzt schon gluecklich dort zu sein.

Goodbye, my lovely Sydney!

22April2014

(Fotos kommen mal wieder spaeter, Vero brauchte ihren Laptop :( )

Ich haette es niemals fuer moeglich gehalten, dass zwei einhalb Monate so verdammt schnell umgehen koennten. Es kommt mir vor, als waere ich erst gestern in Sydney angekommen. Jedes mal wenn ich das Opernhaus, die Bridge oder Darling Habour sehe kann ich es noch gar nicht fassen, dass ich diese bunte, grosse, geschaeftige und wundervolle Stadt mein zuhause nennen darf… nennen durfte. Denn nun heisst es Abschied nehmen. Obwohl ich mich fuehle, als haette ich all die Eindruecke hier noch nicht wirklich verarbeitet, kommt es mir gleichzeitig so vor, als sei ich eine Ewigkeit hier gewesen.

Ganz klar warum: Ich hatte ein stinknormales Alltagsleben. Durch den kleinen Faktor unterbrochen, dass dieser Alltag nicht in Deutschland sondern in Australien stattfand.

Aufstehen, arbeiten gehen, nach hause kommen, mit Freunden weggehen, Wochenende, Geld, shoppen, Party, durch die Stadt bummeln, muede sein, Spass haben, ins Bett gehen.

Die letzten Wochen auf der Arbeit waren verdammt hart. Das Gute: Ich wurde sozusagen befoerdert. Teamleader! Sprich du hast Verantwortung fuer das ganze Team, nicht mehr nur fuer dich, bekommst dafuer aber auch ein klein wenig mehr. Drei Wochen teamleading haben gerade gegen Ende allerdings auch ihren Preis gezeigt. Es war wirklich so anstrengend, dass ich am Ende auch echt froh war, aufhoeren zu koennen. Ist mir ein Raetsel wie manche Fundraiser Monate lang in diesem Job bleiben koennen. Irgendwann wird man gaga im Kopf bei diesem ganzen AMAZING AWESOME, YEAH!? Quatsch. Fundraisern ist echt eine Achterbahn. Montags komme ich nach hause, ein Sign up (was ok ist) und denke mir: Morgen bin ich krank! Ich kuendige, kein Bock mehr! Dienstag bekomme ich kein einziges Sign up, treffe aber so viele Leute und habe so viel Spass, dass ich nach hause komme und mir denke wie geil mein Job doch ist… ja das ist Fundraising.

Was meine letzten Wochen dann doch ein wenig versuesst hat war, dass ich endlich auf einen Traveltrip konnte. Das heisst du und dein Team fahren irgendwo hin und arbeiten dann eine komplette Woche da. Fuer uns war es Canberra – gibt schlimmeres. Eigentlich hatte ich ja nicht einmal vor, nach Canberra zu fahren, aber wenn man schon mal hin muss, warum nicht? Der Traveltrip war einfach richtig gut. Meine Jungs (ein Italiener und ein Englaender) und ich haben uns einen suessen kleinen Bungalow mit zwei Fundraisern aus Adelaide geteilt. Das war echt mal richtig interessant zu sehen, wie die anderen beiden arbeiten. Adelaide fundraisern und Sydney fundraisern ist naemlich komplett anders – ich habe noch nie in meinem TFP Leben mit so wenig Arbeit so viele sign ups bekommen. Traveltrips sind klasse! Abends sassen wir dann immer alle mit Cookies und Tee zusammen, haben Karten gespielt oder einen Film geguckt. Natuerlich gabs dann auch den ein oder anderen lustigeren Abend, wo man dann mit leichtem Kater am naechsten Morgen froehlich mit den Leuten redet – immernoch nach Goon riechend, natuerlich. (Habe ich euch eigentlich schon von Goon erzaehlt? Ich glaube naemlich nicht! Das ich schrecklich, weil Goon das Leben eines jeden Backpackers stark beeinflusst. Es ist ein Wein. Ein Billigwein, sprich das einzige was sich ein Backpacker leisten kann, wenn er sich betrinken will. Das Zeug heisst Goon, weil der Wein fuer gewohenlich in vier Liter Boxen (sehr gefaehrlich) verkauft wird und in einer Art silbernen Alutuete frisch gehalten wird – wenn man die aufpustet hat man ein wunderschoenes Kissen und Goon ist das aborigine Wort fuer Kissen. Also: Goon. Das miese an dem Zeug: Es schmeckt nicht wirklich und verursacht einen saumaessigen Kater. Das ist Backpackerleben.)

Neben dem Goon war gerade dieser Traveltrip sehr praegsam fuer meine Ernaehrungsweise: Auf einmal mag ich Vegemite! Es war schockierend. Das erste mal, als ich das Zeug probiert habe, konnte ich kaum glauben, dass irgendwer diese widerliche schwarze Masse wirklich freiwillig isst! Die Aussies sind ganz verrueckt danach. Ein super Indikator in einem Hostel herauszufinden, wer Australier ist: Einfach nach dem Vegemite Glas Ausschau halten. Das ist uebrigens ein Brotaufstrich, der wie Maggie schmeckt. Nur ein bisschen salziger… sehr gewoehnungsbeduerftig. Um so verwunderter war ich dann auch, als ich es, mutig wie ich bin, nochmal probiert habe und es auf einmal mochte. Ok, ich bin echt australinisiert. Ich trinke abends meinen schwarzen Tee – mit Milch natuerlich, kaufe mir meinen flatwhite Cappucino und mittags schnell noch eine Sushirolle auf die Hand.

Gerade weil alles so normal ist, so normal wie zum Beispiel auch englisch sprechen inzwischen fuer mich ist, ist der Gedanke, Sydney jetzt zu verlassen echt seltsam. Ich laufe ueber die Pyrmont Bridge, meinen alltaeglichen Weg zur Arbeit und werde ploetzlich ganz sentimental. So sentimental, dass ich mich tatsaechlich mal daran versuchte habe, englisch zu schreiben: (fuer die Nerds, verzeiht mir meine Fehler!)

 

And as I tumbled over the Pyrmont Bridge – completely drunk – I just realized how much I love this city. How much I love this life – always busy, always party, addicted to cappucino and take away sushi. Businessmen – in a rush, but on a skateboard. Busker playing my song while I’m sitting in Hyde Park. Eyes closed, ignoring the tourists around me as I don’t feel as a part of them anymore. I do not visit this city. It’s home. Thousands of people rushing to work  but it’s not a german rush. Not this I’m-too-late-get-out-my-way-bitch-rush. It is this ok-I’m-actually-in-a-hurry-but-of-course-I-can-take-a-picture-of-this-asian-tourists-in-front-of-the-QVB-now. That’s Sydney. Business, trains, chaotic traffic and on the other hand people who invite you to have dinner with them just because they know you are backpacking and you could not afford it. People who stop immediatley and want to help you just because you seem to be a bit lost. People who are busy but take their time to chat about the weather with a random stranger. Everything I ever worried about feels so far away – no worries. Not real. Not here. That’s life. That’s travelling. Explore. Dream. Discover. That’s Sydney... and leaving Sydney feels like leaving home.

 

Also ist es gut, dass ich nach meiner Reise noch einmal wieder komme. Die letzte Woche arbeiten ging so furchtbar schnell um. Als mein Manager mich dann verabschiedet hat, hatte er wirklich Traenen in den Augen und hat mir fuer meine harte Arbeit gedankt – wer kann das schon von sich behaupten, wenn man eine Woche vorher wie aus dem nichts kuendigt? Vor allem ist es hart sich von allen Leuten hier zu verabschieden. Ein kleiner Trost war es auf jeden Fall, dass ich Marcel noch einmal fuer ein paar Tage getroffen habe. Reunion! Das war echt so super schoen, ihn nochmal wiederzusehen, bevor sich die Wege mal wieder fuer zwei Monate (sprich, bis ich wieder zuhause bin) trennen.

Neben dem ganzen Alltag habe ich dann, wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, doch noch eine kleine Verruecktheit unternommen – was hier uebrigens stinknormal ist. Ich bin aus einem Flugzeug gesprungen! Mein erster Fallschirmsprung! Wir, ein Freund von mir, den ich im alten Hostel kennengelernt habe und ich sind zusammen am Wochenende nach Wollongong (suedlich von Sydney, wunderschoen!) gefahren. Nach einer echt kalten Nacht im Zelt, sind wir dann am naechsten Morgen gesprungen. Ich kann nur so viel sagen: Ich will nochmal! Dieses Gefuehl ist unbeschreiblich! Es ist nicht mal wie fallen, es ist wie fliegen! Vorher war ich aber doch ganz schoen nervoes – ich meine wie bescheuert muss man sein, um freiwillig aus einem Flugzeug zu springen!? Aber als es dann so weit war, war es einfach das tollste Gefuehl meines Lebens, seht selbst:

 

Ihr seht also: Emotional noch halb in Sydney, geht es fuer mich jetzt erst ans richtige reisen (die Zweite). Ich habe hier wie eine Backpackerkoenigin gelebt, aber durch die guenstige Unterkunft und die drei Jobs wirklich viel Geld sparen koennen. Erst dachte ich mir: So viel Geld hatte ich noch nie! Ich kann machen, was ich will! Ich bin reich! … und dann habe ich meine Fluege gebucht und ploetzlich muss ich doch zugucken, dass ich noch hinkomme. Ist aber auch echt verdammt schwer, einen Batzen Geld zu haben und zu wissen: Das muss jetzt fuer die naechsten zwei Moante reichen.

Wo es hingeht? Tasmanien! Wir (Katrin und die beiden Tschechinnen aus unserem Apartment, Vendy und Vero und ich) fliegen morgen frueh nach Hobart. Es steht eine Woche Roadtrip um die Insel an! Ich freue mich schon riesig.

Am Wochenende hatten wir eine Goodbye Party (hauptsaechlich Fundraiser)

 

und heute Abend steht ein Tacco Abend mit der ganzen WG an. Dementsprechend muss ich dann jetzt auch aufhoeren zu schreiben. Ihr hoert von mir ganz bald, sobald ich wieder was nennenswertes erlebt habe. Goodbye Sydney, hello travelling!

 

And by the way: HAPPY EASTER EVERYONE! (die hab ich fuer meine Roomis gemacht, bin ich nicht suess? Aber ernsthaft: Kein Ostern ohne Ostereier. Musste meinen Edding nehmen, weil die daemlichen Australier nicht mal Farben zum Eier faerben haben :()

How I love my Sydney!

26März2014

Hallihallo ihr Lieben! Es folgt direkt dieser Eintrag, weil ich nun mal schon wieder einen Monat (!)  in Sydney bin. Ich kann es noch gar nicht glauben, weil die Zeit hier einfach wahnsinnig schnell verfliegt. Eine Woche hier kommt mir vor wie ein Tag in Deutschland, hat aber gleichzeitig den Wert eines ganzen Monats zuhause. Dann will ich euch mal erzaehlen, wie es mir in der (zweit) tollsten Stadt der Welt so ergeht:

 

Der Abschied aus Neuseeland fiel uns unendlich schwer. Vor allem von unseren lieben Freunden wollten wir gar nicht mehr so wirklich weg. Aber wir hatten ja grosse Plaene: Einen Job in Sydney finden. Als wir ankamen war ich so pleite, dass ich vermutlich nur noch eine Woche haette “ueberleben” koennen – war Neuseeland aber wert, also hiess es wirklich schnell Arbeit finden. Mit der Jobsituation in Sydney ist es aber wie folgt: Jeder existierende Backpacker traeumt davon, in Sydney arbeiten zu koennen. Wir also in das Hostel, in dem wir auch schon vor unserer Neuseelandreise waren (nicht weil es sonderlich schoen waere, sondern einfach weil wir uns gut mit dem Hostelmanager verstanden hatten und auf einen netten Rabatt hofften.

oh wunderschoenes Australian Backpackers. Nasse Kuehlschraenke, Schimmel in der Dusche und alkoholisierte Aborigines als Nachbarn, die sich nachts gegenseitig die Autos klauen... das hatte ich doch vermisst!

Kaum waren wir angekommen (da unser Flug so frueh ging, hatten wir den ganzen Tag ja noch vor uns) ging es ans CV (Lebenslauf) schreiben. Ich habe auch direkt einen abgeschickt zu einer Anzeige auf Gumtree, wo man nach einem Maedchen fuer den Kundenservice in einer Doenerbude suchte – warum nicht? Geld ist Geld. Da allerdings jeder via Gumtree nach einem Job sucht (Gumtree ist ein Internetportal, aehnlich wie ebay und es gibt halt auch die Kategorie “Jobs”), erhoffte  ich mir nicht viel von diesem einen CV und wollte am naechsten Tag ein paar verteilen gehen. Umso groesser war die Freude, als ich ploetzlich eine email in meinem Postfach vorfand, die mich zu einem Bewerbungsgespraech einlud. Was!? Na das war ja schon mal ein guter Start! Das Interview war total entspannt. Der Inhaber war total begeistert, wie viel Erfahrung ich doch haette (in Deutschland habe ich natuerlich gaaaaanz viel im Kundenservice gearbeitet, in Australien sowieso..)  und somit hatte ich direkt am naechsten Tag meine Probearbeit sicher. Die sollte aber in einer anderen Doenerbude stattfinden, als in der, in der mein Interview war. Als ich am naechsten Tag dort hinkam, war ich geschockt. Nichts mit niedlicher kleiner Doenerbude. Das ist ein Riesenstand in einem Foodcourt einer Shoppingmall. Westfield Shoppingcentre um genau zu sein. Das heisst: Ich stand fast den ganzen Tag nur im Weg rum. One chicken, please. Falafel in the microwave. What sauce would u like? We got BBQ, Garlic, hot Chili, sweet Chili, Tomato and Mayo. Zack, zack, zack. Es war verrueckt! Da werden auch nicht nur Doener angeboten (die in Australien uebrigens nicht wie in Deutschland als Art Tasche im Fladenbrot verkauft werden, sondern in eine Art Pita Brot gerollt werden), sondern auch Platten mit verschiedenen Fleischsorten, Salten, Dips und Weiss der Kuckuck. Sprich: Ich war einfach ueberfordert. Der Boss war allerdings total zufrieden mit mir und zack. Ploetzlich hatte ich einen Job. Erstmal nur casual; drei bis vier Stunden taeglich, bei 12 Dollar die Stunde, also lausiger Bezahlung, aber: Ich hatte direkt einen Job!

Meine geliebte Doenercrew und ich. High Quality Kebab.

Am naechsten Tag habe ich dann mein RSA gemacht. Das ist ein Zertifikat, ohne das man in Australien keinen Beruf ausfuehren kann, der in irgendeiner Weise mit Alkohol zusammenhaengt. Die spinnen die Australier! Es gibt sogar noch verschiedene RSAs (responsible service of alcohol) in den unterschiedlichen Staaten. Da ich mir aber einen Kellnerjob suchen wollte (die Doenerarbeit sollte nur vorruebergehend sein), kam ich um den Mist (130$!) wohl nicht herum. Schon ein komisches Gefuehl wieder in einem Unterrichtszimmer zu sitzen. Der Kurs war allerdings ein WItz. Wenn man nur einen Hauch englisch kann und dies mit einer Portion Menschenverstand mischt, hat man das Ding sicher. Mal ein Beispiel einer Frage aus dem Test, der am Ende des Kurses folgte:

A 16 years old teenager orders a shot of Rum. He says his parents are waiting outside. Do u serve him? Ihr seht also: Ich hatte grosse Schwierigkeiten, den Test zu bestehen. Abends sass ich dann wieder im Hostel und habe mit ein paar Maedels in der Kueche gequatscht. Auf einmal kommt Pierre, der Manager ,rein und fragt mich, ob ich denn nicht fuer freie Unterkunft an der Rezeption arbeiten wolle. Er hatte wohl ein franzoesisches Maedchen eingestellt, deren englisch aber wohl nicht gut genug war. Somit hatte ich dann auch meinen zweiten Job und konnte schon in der ersten Woche richtig sparen. Der Alltag war also: Aufstehen, Reseptionsarbeit, Doenerarbeit (nach und nach bekam ich immer mehr Stunden), nach hause kommen, tot ins Bett fallen. Nebenbei habe ich die ganze Zeit nach Kellnerarbeit gesucht: Nichts! RSA also schon mal umsonst gemacht. Dann kam noch eine wunderschoene Kleinigkeit zu meinem doch schon etwas harten Tagesablauf hinzu (einen Tag frei gab es naemlich nicht). Diese Kleinigkeit war in der Tat klein: Bedbugs! In Deutschland heissen die lieben Tierchen Bettwanzen. VIelleicht wisst ihr es ja schon vom hoeren sagen: Wenn man die einmal hat, ist man am Arsch. Die verstecken sich einfach ueberall und vermehren sich rasend schnell. Weil die VIecher natuerlich lecker Backpackerblut trinken, waren Katrin und ich derart zerstochen, dass wir den Raum gewechselt haben. NIcht nur das. Wir mussten alle unsere Klamotten waschen. Waere es damit getan gewesen, waere das ja kein Problem gewesen. Ungluecklicherweise wiederholte sich das Ganze jedoch noch zweimal. Das heisst: Nach hause kommen und gestresst von der Arbeit wieder umziehen, wieder alles waschen. Bravo!

Unser alter Raum, nachdem gesprueht worden war... wohnlich, oder? nach dem zweiten Umzug, schon keine Lust mehr die Plastiksaecke ueberhaupt auszuraeumen. Und durch das dreifache trocknen sind alle meine Hosen eingelaufen!

Das waren wirklich sehr anstrengende Tage.

Allerdings wurde das Hostel trotzdem mehr und mehr unser zuhause. Pierre ist naemlich ein total lieber Kerl. So kam es, dass wir fast jeden zweiten Abend mit ihm Essen gingen. Entweder nur Katrin, ich und er oder noch mit ein paar anderen Backpackern. Wie wir uns das leisten konnten? Er bezahlt. Immer. Am Anfang konnten wir unser Glueck darueber kaum fassen und fanden das alles auch ein wenig merkwuerdig. Inzwischen ist es aber Alltag. Und ein Backpaker sagt niemals nein zu free food.

Sushi! Pierre bestellt immer so um die 10 Sachen und jeder kann alles essen... der wahre Backpackertraum! Nur nicht an den Hueftspeck denken!

Die Doenerarbeit wurde mit der Zeit immer einfacher. Ich wurde nach einer Woche zu einer Art festen Maedchen, das heisst: fulltime! Das Beste an der Arbeit? Freies Essen!

Nachts wache ich manchmal auf und erwische mich, wie ich murmel: Gut, dass der Boss mich mag und ich immer genug fuer alle die sonst noch Hunger haben mitnehmen kann.

Das zweitbeste? Asiaten! Stellt euch einfach folgendes Szenario vor: Ich stehe an der Kasse, Donnerstag Abend… niiiiichts los. Alles wie tot. Gelangweilt schiebe ich die Tomaten von rechts nach links… bis ich auf ein Schnattern aufmerksam werde. Es wird lauter… und da sind sie: Eine Touristengruppe Asiaten, frisch von der Skytower Besichtigung…. und hungrig. Ich, nichts Gutes ahnend, frage den ersten lieben Mann: Hey, how can I help u? Asiate Nummer 1 kneift die Augen zusammen, zeigt auf das Menue und schreit mich an: DONNORKEBAAAB! Ich bin sehr zufrieden mit dieser Antwort, immerhin hat er meine Frage verstanden. Meine naechste Aufgabe also: Would u like everything on it? That means onion, tomato… Hektisch schuettelt er den Kopf und schreit: NO NO NO! DONNORKEBAAAB! Ich bleibe natuerlich professionell und frage mutig noch einmal: So u want it with the lot? (waehrend ich geduldig auf jede einzelne Zutat vor mir deute) Jetzt verliert der gute Mann aber die Geduld, huepft auf und ab und schreit wieder: DONNORKEBAAAB! Gut, denke ich mir. Gibt es fuer dich also einen Doener mit allem und BBQ Sauce. Die Nerven, noch nach der Sauce zu fragen, hatte ich dann naemlich doch nicht. Aber halb so wild, es sind ja nur noch 49 Asiaten uebrig. Einer davon wird bestimmt ein wenig englisch sprechen… nicht.

Ihr seht schon: Ich ging in der Arbeit richtig auf. (wortwoertlich, denn wenn man mittags immer Kebab isst und abends mit Pierre essen geht macht sich das dann doch mal auf den Hueften bemerkbar.) Katrin suchte waehrenddessen fleissig nach Arbeit. Die ersten zwei Wochen waren naemlich schon fast um. Als ich dann nach hause kam, meinte sie, sie haette ein Interview bei „The Fundraising People“. Das ist eine Firma, die Leute (Fundraiser) auf die Strasse schickt, die dann Fussgaenger anhalten und ueberreden eine Dauerspende fuer eine Charity abzuschliessen. Aha. Katrin meinte sie wuerde da in zwei Stunden hingehen und ich sollte mich doch auch noch schnell bewerben, die wuerden immer Leute suchen. Eigentlich musste sie mich fast ueberreden, weil ich wirklich Angst hatte, ihr moeglicherweise den einen Platz wegzunehmen. Nach etwas hin und her beschloss ich aber doch, dass beef und chicken nicht das einzig wahre sind und bewarb mich telefonisch. Mein Interview sollte direkt vor Katrins stattfinden… okay das war sehr spontan, aber warum nicht? Wir also beide zum Office der Fundraising People. Ich wurde von Adam, dem Manger der Campagne des Cancer Councils (sprich: Krebshilfe) interviewt. Ich erzaehlte ihm einfach, dass ich gerne mit Leuten rede und es ganz cool finde, Geld damit zu verdienen, etwas Gutes zu tun und gegen Ende des Gespraechs, als er eigentlich sagen wollte, er wuerde mich abends anrufen, um mir mitzuteilen, ob ich den Job haette oder nicht, meinte er ploetzlich: U know what? Usually I dont do that but I think u will fit in our campaign. Welcome to the team! Das wars also. Ich hatte einen Job. Einen Fulltimejob! Der nicht mal schlecht bezahlt ist. Ich also raus zu Katrin. Vor meinem Interview war ich wirklich kein Stueck nervoes. Vor ihrem erlitt ich Hoellenqualen. Ich wollte wirklich nur, dass sie den Job auch bekommt und laberte sie in einer Naht zu, was sie alles sagen sollte. Sie wusste da noch nicht, dass ich angenommen war, weil ich sie nicht irgendwie unter Druck setzen wollte oder so. Nach ihrem, fuer mich endlosen Interview, kam sie wieder und wir gingen schweigend zusammen die Treppe hinunter, bis ich ein gepresstes „Und?“ hervorbrachte. Sie hatte den Job! Wir kreischten beide los und freuten uns halb tot. Endlich. Arbeit in Sydney!

Richtig gut war auch, dass ich meine Doenerarbeit trotzdem nicht aufgeben musste. Also konnte ich immer Sonntags und den langen Donnerstag (sprich von fuenf bis zehn Uhr abends) dort arbeiten und jeden Montag bis Freitag von 9 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags bei den lieben Fundraisern.

Wie ist das? Erstmal hatten wir Freitag eine Art Treffen, wo wir unsere anderen Mitstarter kennenlernten, unter anderem Thi, einen echt netten Belgier, mit vietnamesischen Wurzeln (daher der kuriose Name), der fuer Childfund startete. Katrin war in Save the children. Was mir schon mal sehr zusagte, war die Tatsache, dass jeden Freitag nach der Arbeit alle Teams zusammen in einen Pub gehen und jeder ein freies Bier bekommt. Ich mag Bier. Ich mag also auch freies Bier. Nach einem Wochenende Kebabarbeit ging es also am Montag los mit einem Training. Wir bekamen einen Pitch, den wir auswendig lernen mussten und alles beigebracht, was wir brauchten, um auf der Strasse zu ueberleben. Echt der Wahnsinn! Man muss tatsaechlich in einem bestimmten Winkel zu den Leuten stehen, wenn man mit ihnen redet und und und. Ton, Koerpersprache, zufaellige Fragen, die herausfnden, ob die Person ueber 21 ist, arbeitet und laenger als zwei Jahre in Australien bleibt. Es war verrueckt. Vor allem konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass irgendwer unterschreiben wuerde, jeden Monat 35$ zu spenden. Tatsaechlich tun es aber Leute. Und so kam es, dass ich ein hochmotivierter und professioneller Fundraiser wurde. How amazing is that!? Awesome, yeah?

mein erstes Team (von denen ist niemand mehr da :( ) Ganz so bedeppert sehe ich nicht mehr aus, weil ich jetzt einen passenden Hut habe.. und natuerlich mein eigenes professionelles Ipad zum Leute up signen.

Ich frage mich echt manchmal, wie ich die ersten Wochen ueberlebt habe. Normalerweise geben die Neuen nach zwei bis drei Tagen auf oder werden Ende der zweiten oder Mitte der vierten Woche gekuendigt (das hat alles System). Tatsaechlich kam ich aber teilweise wirklich nach 12 Stunden Arbeit (Donnerstag, 7 Stunden Fundraisern, 5 Stunden Doener machen) nach hause und war einfach super gluecklich. Das hat aber einen ganz einfachen Grund: Man trifft wirklich die verruecktesten und nettesten Menschen auf der Strasse. Selbst wenn sie keine Sign ups (man soll 7 Sign ups die Woche machen… schafft komischerweise aber kaum einer) sind, kann man sich oft einfach super unterhalten. Und das witzige ist: Wenn du gute Laune haben musst, hast du sie auch. Es kam teilweise echt vor, dass mir abends die Wangen vom Dauergrinsen wehtaten. Und endlich hatte ich mal einen Tag frei! Was macht man also? Feiern gehen! Mit ein paar Leuten aus dem Hostel, Thi und seinem WG Freund Julian (Holland) sind wir also los. Nachdem Katrin und ich wirklich den ganzen Tag verzweifelt versucht hatten, irgendwo ein Apartment zu finden (Hostel auf Dauer ist echt nichts) entstand an diesem Abend auf einmal der Superdeal fuer uns. Thi erzaehlte naemlich, dass er, Julian und zwei Maedchen aus Tschechien in einem Apartment nahe Darling Habour lebten und wir koennten in sein Zimmer mit einziehen, wenn wir ein wenig seiner und Julians Miete uebernehmen wuerden. Der Wahnsinn! Das hiess zwar illegales auf einer Luftmatratze schlafen, aber: 70$ die Woche! Fuer ein Apartment, das eigentlich 220$ kostet. Wow!
Sonntags ist dann immer Katertag. Ich muss zwar arbeiten, bin aber meistens zu muede freitags weg zu gehen. Also lieber verkatert in die Doenerbude.

Die dritte Woche bei den Fundraisern stand an (Woche 1: 2 Sign ups und somit Beste der Neuen, Woche 2 3 Sign ups.. ganz passabel) Von unseren 11 Startern waren zu dem Zeitpunkt noch vier uebrig: Katrin, Thi, ein anderer und ich. Und ich muss auch echt gestehen: Es ist der haerteste Job, den ich je gemacht habe (selbst die Farmarbeit kann da nicht mithalten). Einfach weil man den ganzen Tag hochmotiviert sein muss. Ich fing also an meinen Job zu hassen. Dann liebte ich ihn wieder und dann hasste ich ihn wieder. Allerdings gibt es zwischendurch immer wieder so Momente, die das lieben ueberwiegen lassen. An einem Tag regnete es die ganze Zeit wie doof. Ich hatte nur eine kurze Hose an, weil der australische Wetterbericht echt fuer die Tonne ist. Das stimmt nie, was die sagen! Ich stoppte ein Maedchen, vielleicht ein paar Jahre aelter als ich. Sie war allerdings auch Backpacker, also konnte sie nicht unterschreiben. Sie fragte, ob mir nicht total kalt sei und hatte richtig Mitleid mit mir. Ich fand das total suess, verabschiedete mich aber, weil ich nicht zu lange mit „unqualifizierten“ Personen reden darf. Fuenf Minuten spaeter kam sie zurueck und ich witzelte rum: Ah u came back!? Und ploetzlich drueckte sie mir einen Kaffee in die Hand und meinte: „Something hot to warm u up“ und gab mir noch einen Muffin mit den Worten: „And something sweet for a sweet person.“

Wie lieb ist das denn!? Hier einmal die Dinge, die ich auf der Strasse bekommen habe: Schokokekse, Pommes, Eis, Chicken Wings, Donouts, eine Cola, den Muffin und den Kaffee und ein Stueck Wassermelone... lohnt sich echt dieser Job

Solche Leute und Momente machen einen ganzen Tag sinnloses rumgelatsche ohne Sign up wieder gut. In der Woche hatte Katrin dann Geburtstag. Wir (Pierre und ich) ueberraschten sie mit Blumen und Fruehstueck am Bett und abends gab es dann eine kleine Party auf der Dachterasse

Das suesse Geburtstagskind, zwei der Englaender, die wir kennengelernt haben und ich. Es lebe der Billigwein. Oder kurz:

und obwohl ich Fundraiserarbeit und Doenerarbeit hatte und wir am naechsten morgen auch wieder auf die Strasse mussten, gingen wir noch alle zusammen ins Ivy. Das ist der wohl beruehmteste Club in Sydney. Hat sogar einen Pool .

Ivy!

Dementsprechend tot am naechsten Tag zogen wir endlich in das neue Apartment um.

Beim umziehen merkt man auch erstmal, wie viel Zeug man hat! (Das ist This Bein)

Meine WGler sind alle richtig nett und wir haben tatsaechlich sogar ein Fitnessstudio, einen Pool und einen Whirlpool! Geld sparen und trotzdem nach der Arbeit im Pool entspannen – das ist Leben.

Kann man nicht mecker, oder? Ich faule Sau habe nach der Arbeit aber nie Lust trainieren zu gehen. Katrin geht manchmal, aber die ist ja arbeitslos :D Das Wohnzimmer. Ich weiss, ziemlich leer. Aber woher sollen wir auch Moebel kriegen?

 

So pendelte sich nach und nach ein richtiger Alltag ein. Katrin wurde leider in der naechsten Woche gefeuert und sucht im Moment nach Arbeit.

Die liebsten Fundraiserfreunde....AWESOME, YEAH!? ...bloederweise nicht mehr... feuern die eiskalt meine Katrin!

Aber an den Gedanken, dass um mich herum jeder gefeuert wird, habe ich mich allmaehlich gewoehnt. Der Druck mit den Sign ups ist manchmal echt hart, aber inzwischen schaffe ich meine fuenf Sign ups die Woche, was eigentlich ziemlich gut ist. Die nennen mich die Stoppingqueen, weil ich die Leute richtig leicht angehalten kriege auf der Strasse. Inzwischen helfe ich den Neuen auch immer. Ich bin jetzt naemlich schon fuenf Wochen bei TFP und das ist fuer einen Fundraiser wirklich eine Ewigkeit. Vielleicht bin ich naechste Woche Teamleader (das heisst bessere Bezahlung dafuer dass man ein Team leitet). Nett, oder? Aber wir werden sehen. Dieser Job ist wie gesagt sehr unsicher. Eine schlechte Woche koennte schon heissen, dass man fliegt. Doch selbst an den Gedanken habe ich mich gewoehnt.

 

Thi und ich ueberleben bis jetzt eisern den Kampf um die Sign ups! Sounds good, yeah? Lets do this! Und das tolle ist, dass man jeden Tag woanders arbeitet. Sprich, man kennt irgendwann ganz Sydney wie seine Westentasche. Meine Lieblingslocation: Hydepark. Hier habe ich 3 Sign ups an einem Tag geschafft! Gibt schon schlimmere Plaetze zum arbeiten...

Ich liebe mein Leben hier. Am Wochenenede koennen wir einfach mal so an den Strand fahren....

I love Bondi Beach... und kann immernoch nicht surfen! ...aber irgendwann lern ichs... ganz bestimmt Manly Beach!

endlich mal ein wenig shoppen gehen, jetzt wo ich ein wenig Geld gespart habe und abends feiern gehen.

Vero (eins der tschechischen Maedchen, Katrin und ich vorm feiern. EIn ganz normaler Samstagabend in der ChaosWG So Normales WG Leben, Kueche putzen...toooooll Und ab und an zusammen kochen...

Vor allem Darling Habour hat es mir angetan.

Darling Habour... Der grosse Turm gehoert zum Westfield Shoppingcenter, wo meine Doenerarbeit auch ist. Jeden Morgen laufe ich ueber diese Bruecke und habe einfach den wunderschoensten Ausblick Wirklich mein Lieblingsplatz in Sydney!

Jeden Samstag ist dort ein Feuerwerk.

untermalt mit cooler Musik.. immer ein super Start in den Samstag

Das einzig richtig dumme ist Folgendes:

...hallo Sydney! ...wie jetzt? Da faengt in Deutschland die Party doch erst an! ja dann Prost! Von wegen Sydney Partystadt!

Ich liebe Sydney! Genauso interessant und so viel los wie in London, aber die Leute sind so freundlich und entspannt. Vor zwei Wochen habe ich einen Typen auf der Strasse angehalten. Der meinte er koennte mir nicht helfen. Ich mit einem lieben Augenaufschlag: Doch natuerlich! Und darauf er: Actually u are right. I can. I can give u a better job! Drueckt mir seine Karte in die Hand und haut ab. Manager bei Telstra. (einer der groessten Telefonkonzerne hier) Was mein neuer Job ist? Ich gehe abends mit ihm zu ein paar Meetings. Er sagt personal assistant, aber eigentlich bin ich eher so eine Art Begleitung. Das kam mir am Anfang auch komisch vor, aber er ist wirklich einfach super nett und super gelangweilt von seinem Job. Einfaches Geld also. Drei Jobs, ein super Apartment und eine wundervolle Stadt.

Von der Faehre nach Manly Beach aus... Von nahmen nicht so pralle, doch von weitem einfach beeindruckend: Das Opernhaus Die Habourbridge..

Das sind wohl genug Gruende, um sagen zu koennen, ich will noch nicht gehen! Daher mein Entschluss: Ich bleibe doch noch bis Ende Juni in Australien. Einfach weil ich dann noch bis Mitte April Geld sparen kann und somit genug habe, um wirklich noch ganz Australien zu bereisen. Das tolle ist, dass Kartin und ich zusammen reisen koennen. Ich vermisse euch ganz schrecklich und freue mich jetzt nochmal doppelt so doll, euch alle wieder zu sehen! Aber ich denke ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Hier lebe ich wirklich jeden Moment, weil ich weiss wie kostbar meine Zeit hier ist. Manchmal, wenn ich am Opernhaus vorbeispaziere kann ich es noch kaum fassen, dass ich ein komplett normales Leben in SYDNEY fuehre. Das ist doch einfach Wahnsinn, oder? Durch das Fundraisern habe ich nicht nur viel dazugelernt (glaubt mir Leute, ich ueberzeuge jeden von euch, etwas zu unterschreiben, was ihr nicht unterschreiben wollt) sondern lerne auch jeden Tag so interessante Menschen kennen. Vor ein paar Wochen zum Beispiel habe ich einen Typen kennengelernt, der im Skytower arbeitet. Nach ein wenig quatschen, hat er mich einfach spontan eingeladen, ich koenne ja mal abends, wenn die Security weg ist kommen und er wuerde mich umsonst nach oben lassen. Kurzum sind Katrin und ich also umsonst auf den Skytower hoch…

Ja wir haben uns lieb... Mein Darling Habour bei Nacht

und das ist nur eins der Beispiele, wie hier alles kommt. Man hat einfach das Gefuehl, egal was man tut, am Ende passiert etwas Gutes. Ihr merkt denke ich schon, wie begeistert ich bin. Mitte bis Ende April soll es also auf die Weiterreise gehen. Mal sehen, was dieses wundervolle Land noch so fuer Ueberraschungen fuer uns bereit haelt....

 

Neuseeland Part 2

02März2014

Das passte nicht mehr in den anderen Teil, also hier noch der letzte Rest:

 

 

Hier ist nochmal die Karte, damit ihr genau sehen koennt, wo wir ueberall in Neuseeland waren. Und ja: wir waren eigentlich ueberall! Ich bin so verdammt stolz auf die Kilometeranzahl und noch stolzer sagen zu koennen, dieses Land bereist zu haben. In meinen Augen wirklich das schoenste Land der Welt!

Stolz wie Oskar!

Mein Herz gehoert allerdings trotzdem Australien. Der naechste Blogeintrag kommt ganz bald (schliesslich sind wir schon wieder seit 3 Wochen in Sydney und es ist unendlich viel passiert!)

Ich hab euch alle lieb und vermisse euch!

Ki Ora!

Ein Monat Roadtrip durch Neuseeland/ New Zealand/ Aotearoa

02März2014

So meine Lieben!

Warum ihr so lange nichts gehoert habt? Weil wir einen kompletten Monat auf Achse waren und ich dann in Sydney erstmal mein Leben ordnen musste. Das heisst fuer euch: Gaaaanz viel zu lesen, weil ich jetzt versuche alles in einen Blogeintrag zu quetschen. Es hat mich tatsaechlich Stunden gekostet, diesen Eintrag zu schreiben und Sydney ist halt Sydney – busy. Ich koennte glatt wieder den naechsten Eintrag schreiben, aber ich glaube das reicht erst mal.

Die Fotos vom letzten Eintrag kommen noch und alle anderen Eintraege versuche ich auch wieder herzustellen - wenn ich denn mal Zeit hab.



Also los: Unser perfekter Roadtrip durch ganz Neuseeland

Am 09.02. ging's los: Ich weiss noch, wie sehr wir uns einfach auf alles gefreut haben. Standen wir also munter quatschend beim Check in. Alles gut. "Your passports, please." Ja, ja kein Ding. "How long do you want to stay in New Zealand?" Einen Monat.. laenger geht ja leider nicht. "Have u got a valid return flight ticket?" Ein.. ein was? Nein verdammt, das hatten wir nicht! Braucht man aber, um zu belegen, dass man nicht laenger als drei Monate (also Touristenvisum) dort bleibt. Scheisse! Wir also schnell ins Booking office. Da sollte so ein Rueckflug aber mal so eben ueber 300$ kosten! Sorry, aber dafuer waren wir zu arm. Also schnell und verzweifelt noch im Internet geguckt und tatsaechlich den perfekt billigen Flug gefunden. Gebucht, bezahlt und... die Buchungsbestaetigung dauert 24 Stunden! Ohne Buchungsbestaetigung keine Einreise.. super. Mein erster verpasster Flug also. Das heisst eine Nacht am Flughafen und hoffen, dass die dumme email rechtzeitig kommt, um den (gratis :) ) umgebuchten Flug am naechsten Morgen zu erwischen. Ein super Start also. Aber wir konnten zum Glueck darueber lachen.

Nervennahrung und gleichzeitig der Beginn meiner Cookie Sucht

Am Flughafen haben wir dann eine nette Frau kennengelernt, die sich bei uns angehaengt hat, weil sie auch zufaellig nach Auckland fliegen wollte am naechsten Morgen und somit auch eine Nacht auf dem wundervollen Flughafenboden schlafen musste.

Aussicht aus dem FLugzeugfenster auf Neuseeland - spaetestens da wusste ich, dass dieser Monat unvergesslich werden wuerde

Von dort an hatten wir dann das Motto “everything happens for a reason”. Die Bestaetigungsmail kam naemlich tatsaechlich und die besagte Frau, Mariama, entpuppte sich als eine waschechte Maori! Zufaelligerweise wohnte sie dann auch noch in Auckland. Sprich: Unsere erste Nacht in Neuseeland verbrachten wir zusammen mit einer Maori Familie, nachdem wir unseren wunderschoenen Nissan abgeholt hatten. 

Das sind nicht nur die liebsten Menschen der Welt (wir hatten jeder ein eigenes Zimmer, haben uns ein Badezimmer geteilt und wurden, egal wie viel wir uns gestraeubt haben von vorne bis hinten bedient) Es sind die liebsten Maoris der Welt! Wir sassen abends gemuetlich zusammen und haben uns die Legende der Maori angehoert :

Die Maori kamen in Kanus nach Neuseeland. Laut der Legende rief die Tochter des Entdeckers „He ao! He ao!“ aus, als sie die Great Barrier Insel entdeckte. Das heisst so viel wie “Eine Wolke, eine Wolke!” Als sie dann eine groessere Landmasse entdeckten, nannten sie sie Aotearoa, was man mit Land der weissen Wolke uebersetzen kann.

Die Sprache allein klingt schon so wunderschoen und melodisch, hinzu kommen all diese naturverbundenen Legenden und das spirituelle Wesen der Menschen selbst. Wir konnten unser Glueck einfach nicht fassen. Einfach mal einen traditionellen Maori Speer (Taiaha) in den Haenden halten, auf youtube den “Haka” angucken (eine Art Kampftanz, mit dem Feinde verschreckt wurden und der demnach auf lustige Art und Weise echt verstoerend aussieht) und im Ausstauch mal wieder das uebliche: Ein wenig ueber Hitler und den zweiten Weltkrieg erzaehlen. Exchange of cultures.. und das an unserem ersten Abend in Neuseeland!

Kulturaustauschabend, Katrin mit dem Speer :D Unsere Neuseelandmamas, Cecilia und Mariama

Insgesamt waren wir zwei Naechte in Auckland. Und was gibt es besseres, als eine Maori als Fremdenfuehrerin? Wir waren auf einem wundervollen Markt Greenstone Ware auf dem Markt Hier nochmal mit Sully und einem Freund der Familieund in den botanischen Gaerten. Abends gab es dann ein traditionelles Maori Boil up (Spinat und Suesskartoffeln aus dem Garten, die leckersten Suesskartoffeln meines Lebens – by the way, Mais und Hammelfleisch – lecker!)

Aussicht von one three hill Auckland bei Nacht

Eigentlich wollten wir den Abend dann losfahren. Das wollte Mariama aber nicht, weil sie meinte hoch in den Norden fahren waere zu gefaehrlich abends und wir sollten frueh morgens losfahren. , Also sind wir noch eine Nacht dort gelieben. Am morgen dann los nach Bay of Islands. Woolloomoolloo ist na

(leider etwas graues Wetter, aber man findet einfach mal so am Strand so wunderschoene Muscheln!) Wuerde man normalerweise als Schmuck verkaufen - und hier liegen sie einfach rum. Paua Muschelstuecke und weiter in den Norden – immer weiter. Die Strassen sind einfach der Wahnsinn! Die nennen das hier Highway, bei uns waere es vermutlich nicht mal ne Landstrasse. Kurven, in denen man teilweise nur 15 fahren kann und soweit da s Auge reicht nur Natur.

Gruen! Huegel! Berge! ..und nein auf unserem ganzen Tripp haben wir gar nicht soooo viele Schafe gesehen. Klar waren schon ne Menge, aber insgesamt bestimmt genauso viele Kuehe.

Hier nur ein paar nackige

Jedenfalls faehrt man die ganze Zeit durch Landschaften, die einfach so unglaublich schoen sind, dass man am liebsten alle zehn Meter anhalten wuerde. Auf dem Weg kam irgendwann ein kleines Schild “Rawawa Beach”. Da wir schon so lange gefahren waren, sind wir einfach spontan abgebogen... und waren ploetzlich auf einer Schotterstrasse. Da dachten wir uns noch: Na hoffentlich lohnt sich die Tortur. Was wir dann aber gesehen haben, war mehr als nur lohnenswert! Schneeweisser Sand und ganze Buchten voller Muscheln. 

Ein Traum! Muschelbuchten, so weit das AUge reicht! Und was fuer Muscheln! Hier mal von Nahem

Als wir dann endlich am noerdlichsten Punkt Neuseelands waren, am Cape Reinga wurde der Rawawa Beach fast noch getoppt. Man konnte im Wasser sehen, wo sich der Tasmanische Ozean mit dem Pazifik trifft und .. seht selbst:

Nicht schlecht, die Aussicht, hm? Links sieht man richtig, wie die Ozeane aufeinander treffen!

Auf dem Rueckweg haben wir dann am beruehmten 90 Mile Beach angehalten. Strand halt.. da war der Geheimtipp Rawawa Beach tatsaechlich toller.

Da lob ich mir ja unseren Zufallstreffer, wenn das die Touristenattraktion ist.

Dann ging's nochmal zurueck nach Auckland. Was wir gemacht haben? Geduscht! Wir haben den ganzen Tripp naemlich im Auto gelebt. Das heisst: Im Auto oder im Zelt schlafen (fuers Zelt wurde es spaeter zu kalt), im Auto lecker sparsam fruehstuecken und essen und natuerlich im Auto fahren... so sah es dann auch dementsprechend aus. Man hat also alles – nur keine Dusche. Also haben wir im Endeffekt am Flughafen geduscht. Ab und zu haben wir uns dann einfach in irgendwelche Hostels reingeschlichen und dort geduscht (dreiste Backpacker ohne Geld) Abends sind wir dann noch zum Tane Mahuta gefahren – dem aeltesten Kauribaum Neuseelands.

Mal wieder eine wunderschoene Maori Legende

Davor ganz dreist im Auto geschlafen.

Am naechsten Tag ging es los zu den Waitomo Glowworm Caves. (Ihr seht schon: Wir hatten einen straffen Zeitplan) Leider durfte man da keine Fotos machen, aber googelt mal Waitomo Glowworm Caves, damit ihr seht, was ich gesehen habe. Der Wahnsinn! Die Gluehwuermchen sitzen ueberall an der Decke und man faehrt dann mit so einer Art Boot durch die Hoehle. Am schoensten waren spinnenwebenartige Schnuere, in denen sich die Larven verpuppen. Es war einfach ein unglaublicher Anblick!

Direkt danach ging es in den Tongariro Nationalpark. Fuer alle Herr der Ringe Fans: Welcome to Mordor!!!!

Mein erster Vulkan!

Es ist einfach der Wahnsinn! Man fahert vielleicht eine Stunde und ploetzlich aendert sich die Landschaft komplett! Sanfte gruene Huegel verlaufen in eine dramatische Vulkanlandschaft. Ach propros dramatisch: Vom Linksverkehr habe ich euch noch gar nicht erzaehlt. Gerade am Anfang ist es mir dann doch das ein oder andere Mal passiert, dass man das beim abbiegen einfach mal vergessen hat. Gut, dass ich die beste Beifahrerin der Welt dabei hatte.. wir leben beide noch.

Jedenfalls ging es dann auf nach Wellington. (Man faehrt ja doch so seine vier Stunden taeglich). In Wellington wollten wir dann abends die Faehre auf die Suedinsel nehmen – Pustekuchen! Die sollte mal so eben 400$ kosten! Ne, ne. Dann lieber die am naechsten Tag fuer die Haelfte. Da Wellington eine grosse Stadt ist war nichts mit im Auto schlafen, also sind wir in ein Hostel und haben da unser Zelt aufgeschlagen. Das Gute an Hostels: Man lernt Leute kennen. Und so kam es, dass ich mit einem anderen Backpacker zusammen am naechsten Tag spontan losgezogen bin und in der Fussgaengerzone Gitarre gespielt und gesungen habe, waehrend er jongliert hat. Nein, liebe Familie, betteln habe ich eigentlich noch nicht noetig gehabt wegen meiner finanziellen Lage, aber es war einfach so lustig! Das hat total Spass gemacht, die Leute haben so cool reagiert und wir haben tatsaechlich 27$ “verdient” Da – ausgerechnet in Wellington, das wir so in Erinnerung haben:

huebsch, oder?

habe ich so richtig die Backpacker Freiheit gespuert.

Am gleichenTag ging es dann noch mit der Faehre weiter auf die Suedinsel. Gott war das eine Tortur! Leider war es etwas stuermisch. Sprich: Die Haelfte der Passagiere war seekrank. Das war wirklich ein wundervolles Erlebnis zwischen all diesen Leuten zu sitzen, die Crew zu beobachten, die gestresst Eiswuerfel und Papiertueten verteilt und nebenbei versucht nicht selber … naja wie dem auch sei kamen wir spaet abends (4 Stunden Fahrt) in Picton an. Wir sind dann direkt weitergefahren, um moeglichst nah am Abel Tasman National Park zu sein.

Der war einfach so wunderschoen!

Hier haben wir zum ersteb Mal eins der Wahrzeichen Neuseelands gesehen: Den Silver Fern (silbernen Farn)

Weil wir endlich mal etwas aktiv unternehmen wollten und nicht immer nur hinfahren, angucken, Foto machen, hatten wir uns entschieden ein wenig Oceankayaking zu machen. Sprich: Man leiht sich ein Kajak aus und paddelt dann an der Kueste entlang, um sich alles anzugucken und kann dann jederzeit in den wunderschoenen Buchten und an weissen Sandstraenden Pause machen. Klang super!

                                                     So haette es aussehen sollen...

Bloederweise waren wir aber die einzigen, die in Richtung Norden gepaddelt sind. Warum? Vermutlich weil der Wind aus Norden kam. Wir mussten also die ganze Zeit gegen den Wind paddeln und die Wellen waren so hoch, dass wir teilweise gepaddelt haben wie die Dummen und trotzdem nur zurueckgeworfen wurden. Unser Tripp endete folglich so:

                                                     Kapitulation!

Der naechste Tag war mal wieder Gefahre. Als wir dann endlich in Greymouth waren haben wir wie immer einen Schlafplatz gesucht. Jellymanpark fuer Campervans. Free Overnightstay. Super! Wachen wir auf in unserer gemuetlichen halb-waagerecht Position und was ist? Haben wir ein saftiges Ticket an der Scheibe kleben. 200$! Warum? Weil wir nicht selfcontained sind, also keine Toilette im Auto haben. Na klasse! Da will man mal legal sein und dann wird man bestraft. Ich war so heilfroh, dass der Fox Glacier fuer den Tag auf dem Plan stand, sonst waere der Tag wohl echt etwas frustrierend gewesen. Der war naemlich echt Wahnsinn! Wir hatten eine Tour gebucht und die Guides haben einfach richtig toll alles erklaert. Die Gletscher “wandern” naemlich sozusagen und man konnte in den Felswaenden noch ganz genau erkennen, wo der Gletscher in 1998 war oder der in 2001.. einfach cool!

Einfach eine Wahnsinnslandschaft!

Wir also mit unseren sexy Spikes unter den Schuhen den Gletscher hochgestiegen. Und ja ihr seht richtig – ich in Shorts. Aber das war echt nicht kalt. Und einfach mal ein einzigartiges Erlebnis!

Blick vom Gletscher aus Ich sag ja: War schon ein Erlebnis Und Woolloo war natuerlich auch dabei!

Nach der Tour sind wir weiter nach Haast. Auf dem Weg haben wir dann auch mal wieder 1000 Mal angehalten:

Wie ein Windows HIntergrund, oder? Das klarste Wasser, dass ich je gesehen habe!

Haast war auf der Karte so gross eingezeichnet wie Queenstown, in der Realitaet haetten wir es kaum bemerkt, ueberhaupt durch eine Stadt zu fahren, waere da nicht das Ortseingangsschild gewesen. Das ist so eine Sache in Neuseeland, gerade auf der Suedinsel. Das Land ist zwar riesig, aber die Population einfach im Vergleich so gering, dass man nur alle Stunde in einen Ort kommt. Der Ort ist dann wie folgt aufgebaut: Highway (mitten durch) links und rechts auf jeder Seite drei Laeden (aufgrund unserer Cookiesucht waren wir erfreut, dass in der Regel einer davon Subway war) und eine Hand voll Haeuser aufgereiht. Wenn man Glueck hatte, ging dann das Internet.. meistens aber nicht. So war Haast eben auch. Also entschlossen wir uns weiterzufahren. Dann der Schock: Hatten die einfach den Highway gesperrt! Zu hohe Unfallgefahr, dort nachts zu fahren, erst wieder ab 7 Uhr morgens geoeffnet. Was!? Die Campingplaetze waren einfach masslos ueberteuert. Und da begann sie. Unsere Einfahrtkarriere. Der Plan: Gar keiner. Einfach warten bis es dunkel wird und dann bei irgendwelchen Leuten anklingeln und fragen, ob man sein Auto in deren Einfahrt parken und darin naechtigen koennte. Klingt dreist und sinnlos, ist aber dreist und einfach die beste Idee, die wir je hatten. Die Kiwis (ja suess, dass die Einwohner Neuseelands sich selbst so nennen, oder?) sind naemlich noch gastfreundlicher, als die Australier (wenn das ueberhaupt moeglich ist.) Man lernt die Leute kennen, hat richtig interessante Gespraeche und nebenbei natuerlich noch eine Nacht umsonst.

Sonnenuntergang in Haast

Wir also bei einem aelteren Ehepaar nachgefragt und siehe da: Wir wurden zu einem Bierchen eingeladen. Als wir dann irgendwann raus ins Auto zum schlafen wollten, wurden wir ploetzlich ins Haus eingeladen. Die hatten tatsaechlich freie Betten einfach “rumstehen”. Am naechsten Morgen gab es noch leckere Scones zum Fruehstueck und nach einer schoenen Dusche hiess es dann, wir sollen doch auch noch mit mittagessen. Ja, das sind also die Neuseelaender.

Unser naechstes Ziel: Lake Wanaka. Wir haben bestimmt doppelt so lange fuer den Weg gebraucht, weil einfach so viele so wunderschoene Landschaften und Orte auf unserer Route lagen. Stellt euch das einfach vor: Musik ist an, lautes mitsingen. Der Song wechselt, es ist kurz still und man guckt aus dem Fenster und sieht das:

definitiv der schoenste See, den ich je im Leben gesehen habe! Ohne Worte... Hier der Beweis: Echt einfach beim Fahren entdeckt

Einfach so! Mitten auf dem Weg. Einer der schoensten Orte, an denen wir waren – ganz ploetzlich da. Lake Hawea.

Lake Wanaka selbst war auch echt schoen. Ein ruhier Ort, der See selbst ein Traum mit all den Bergen drumherum.

Lake Wanaka

Unser naechster Stopp war Queenstown Queenstown– die Partystadt Neuseelands schlecht hin! Nach stundenlangem rumtelefonieren hatten wir dann doch mal einen bezahlbaren Campingplatz gefunden. In Queenstown hatten wir dann leider zum ersten mal etwas Pech mit dem Wetter – nur Regen. Aber wir haben einen Fergburger gegessen! Das ist quasi ein must do in Queenstown. Die Dinger sind einfach riesig und nicht umsonst weltberuehmt: Soooo lecker!

FERGBURGER! ...nach ewigem Schlange stehen, wie man sieht

Vielleicht kam noch als Plus, warum er so fantastisch schmeckte drauf, dass wir uns ja durchgehend nur von Oats (Haferflocken) mit Rosinen und reduzierter Backware (sprich leicht trocken) ernaehrt haben. Sparen, wie immer. Wir sind zwei Naechte geblieben und waren einen Abend noch mit Peter Pans (ein Reisebuero fuer Backpacker) feiern. Die laden halt aus Promogruenden immer lauter Backpacker ins Office ein. Da gibt es dann freie Pizza und freie Bowle und dann gehts in einen Pub und dann in eine Disco. In der Disco wurden dann noch Spiele verantsaltet. Die Preise waren Trips mit Peterpans im Wert von bis zu 400$! Also dachte ich mir ich mache mal spontan beim Limbowettbewerb mit. Und siehe da: Ich habe tatsaechlich gewonnen! Ich weiss noch genau, wie ich mir dachte: Ok, so tief wie diese Stange ist, ist es fuer mich physisch nicht moeglich zu... geschafft! Mein Preis? Eine Jetboattour in Queenstown (150$!) Wann? Morgen! Wann verlassen wir Queenstown? Morgen! Shit! Ich hoffe ich kann in Australien vielleicht irgendwelche Voucher oder so etwas bekommen, um wenigstens etwas zu kriegen, aber mal sehen.

Der Grund warum ich leider verzichten musste war naemlich unsere gebuchte Tour zu den Milford Sounds. Allein auf dem Weg haben wir schon das gesehen:

Aus dem Autofenster fotografiert

Das ist eine Fjordlandschaft, wo wir dann mit dem Boot durchgefahren sind. Ich sag euch: So unglaublich schoen! Seht selbst:

und wir haben Robben gesehen!

Es ging dann weiter nach Invercargil. Ganz nett, aber wie Staedte halt sind in Neuseeland. Du siehst den ganzen Tag Landschaften, die dich umhauen. Abe Staedte sind halt.. da. Nicht sehr beeindruckend. Aber gut, was erwartet man von einem Land, in dem es mehr Schafe als Einwohner gibt?

Highway - mitten durch die Stadt aber ein paar huebsche Gebaeude gab es da schon..

Im Sueden haben wir dann auch auf der Fahrt alles abgeklappert, was es im Sueden so zu sehen gab. Ist schon lustig, wenn man im Auto sitzt und einer sagt: In 2km waterfall on the left – sollen wir anhalten? Und der andere: Hm..joa.. schon wieder Wasserfall...? Na gut, koennen ja mal sehen..

Great Coast Road - einer der unzaehligen STraende an denen wir waren schon nett, oder? Jogginghosengammeltag!

Unser verzweifelter Versuch Robben zu sehen, endete leider mit lauter Warnschildern, man solle den Robben nicht zu nah kommen. Bloederweise waren an allen Orten, die wir extra angefahren hatten aber keine Robben. Wofuer die Warnschilder !? Bei den Pinguinen hatten wir mehr Glueck. Die sogenannten yellow eyed penguins hatten naemlich gerade Brutzeit. Leider/ zum Glueck darf man aber leider nicht nah an die Pinguine heran, um sie nicht zu stoeren. Man kann sie nur von einem Haueschen aus beobachten. Die Fotos sind dementsprechend doof geworden (da waere Papas Teleobjektiv angesagt gewesen!), aber die waren so suess! Wie sie da hin und her gewatschelt sind... zum aufessen niedlich!

Ich will Papas Teleobjektiv! Aussicht vom KK Point

Fuer die Nacht hatten wir mal wieder keine Ahnung, wo wir schlafen sollten. Zuvor hatten wir immer im Internet nach Schlafplaetzen geguckt. Dummerweise war unser Guthaben jedoch dann alle, das hiess Karten lesen und .. auf Schlafplaetze hoffen. Strategie Einfahrtschlafen also. Wir haben dann spontan an einer Kirche gehalten und einfach den Pfarrer gefragt. Der war super lieb und wir durften im Pfarrheim schlafen.

Uebernachten im Pfarrheim

Allerdings mussten wir uns am naechsten morgen in der Messe (wo wir dann natuerlich selbstverstaendlich hingegangen sind) erniedrigen lassen. Schon ein wenig peinlich, wenn man ploetzlich in die Rede eingebaut wird und es heisst man habe obdachlos und hungrig an die Tuer geklopft. Aber irgendwo hatte er ja Recht. Als wir weiterfahren wollten, wurde uns dann tatsaechlich sogar noch Geld angeboten. Definitiv wieder einer dieser tollen Menschen, die ich nicht vergessen werde in meinem Leben. Pastor Paul. Wir haben das Geld aber nicht angenommen. Irgendwo gibt es selbst fuer arme Backpacker eine Grenze.

Weiter ging es nach Dunedin (wieder so eine ganz-nett-Stadt) und dann nach Oamaru. Super schoen! Alles im viktorianischen Stil gebaut. Endlich mal etwas “altes” in all diesem modernen Neu. Ja, Oamaru war huebsch, eindeutig eine meiner Lieblingsstaedte.

suess, oder? Schnitzereien in einem toten Baum Der Hafen Mal wieder einen Berg raufgeklettert, um ein paar Fotos zu machen.

Haben dort abends im Karawan eines freundlichen Paerchens geschlafen. Die waren geradezu begeistert, als wir gefragt haben, ob wir bei ihnen in der Einfahrt parken und im Auto schlafen duerften. Wir haben sogar Fotos zusammen gemacht und die wollten das all ihren Freunden erzaehlen. Sehr liebe Menschen auf jeden Fall und eine Nacht weniger frieren. Vielleicht habe ich vergessen, das zu erwaehnen. Im Sueden war kein Tshirt Wetter mehr angesagt. Tagsueber war ein Pulli voll ok. Nachts kuehlte es aber so weit runter, dass ich in zwei Schlafsaecken, drei Thirts, zwei Pullovern (einer davon Fleece) und einer Sweatjacke trotzdem gefroren habe. Das war auch der Grund, warum wir im Auto gepennt haben und nicht mehr unser Zelt aufgebaut haben – einfach zu kalt.

Naechster Halt: Christchurch! Wieder mal 3 ½ Stunden Fahrt. Schon witzig, was wir auf einmal fuer eine Einstellung zum Fahren entwickelt hatten. Morgen vier Stunden? Aaaach das ist ja nichts! Es gab naemlich auch Tage an denen es mal 8 Stunden waren.

Jedenfalls kamen wir dann in Christchurch an. Total beruehmt. Total zerstoert. Leider. 2011 gab es dort naemlich ein schreckliches Erdbeben und es sind nicht nur Spuren, die daran erinnern. Die Stadt ist eine einzige Baustelle. Ueberall sind Strassen gesperrt, ueberall wird aufgebaut. Am heftigsten fand ich die wunderschoene Kathedrale:

 

Viele Laeden wurden in Schiffscontainer verlegt. Die Container Laeden Das sieht nicht nur lustig aus – die Ladenbesitzer wollen da quasi gar nicht mehr raus, weil es wie eine Touristen Attraktion ist und natuerlich nicht so viel Miete kostet.

Aber man versucht alles, um die Stadt ein wenig zu verschoenern

Wir haben dann zwei Naechte auf einem Campingplatz in der Naehe von Christchurch geschlafen und sind dann weiter nach Kaikoura. Der letzte Versuch Robben zu sehen... wieder nichts. Aber eine ganz suesse Stadt, wo wir endlich coole Abenteuer-Roadtrip-Autobilder gemacht haben:

Das tollste Auto, der tollste Travelmate und der tollste Roadtrip ueberhaupt Feels like Freedom!
Abends standen wir direkt am Wasser auf einem Parkplatz. Hatten ein paar Leute gefragt, die meinten man koennte da uebernachten. Wir waren allerdings nicht sicher, ob wir nicht doch wieder am naechsten Morgen mit einem saftigen Ticket an der Scheibe aufwachen wuerden und haben somit kaum geschlafen, weil wir bei jedem Auto, das vorbeigefahren ist, direkt hochgeschreckt sind.

Weiter ging es dann nach Picton, um wieder die Faehre in den Norden zu nehmen. Nach ein paar wunderschoenen Walkingtracks an den Marlborough Sounds

Mal wieder so ein WOW Moment! Man laeuft einen Walkingtrack lang, biegt um die Ecke und.. WOW

haben wir dann die Faehre genommen. Diesmal kein Schaukeln, keine seekranken Passagiere – alles tutti.

Goodbye Sueden!

Am naechsten Tag waren wir in Hawke Bay und dann sind wir in Taupo angekommen. Definitiv einer meiner Lieblingsplaetze. Dort haben wir dann auch tatsaechlich mal etwas mehr Zeit verbracht (3 Naechte!), weil es dort einen richtig tollen kostenlosen Campingplatz gab. Unsere Nachbarin war eine Maori. Sie hat uns erzaehlt, dass der Platz einst einem Maori Farmer gehoerte, der keine Kinder hatte und niemanden, an den er sein Land vererben konnte. Er wollte aber nicht, dass die Regierung Geld aus seinem Land machen koennte, also hat er testamentalisch festgehalten, dass der Platz den Leuten zur Verfuegung stehen soll. Eine tolle Geschichte und echt ein super Platz. Direkt an einem wunderschoenen Fluss.  Einfach der Wahnsinn! Da haetten wir dann wohl auch den schonesten Fluss, den ich je in meinem Leben gesehen habe!Links steht unser Auto! Wir haben ihn Squeaky getauft, weil er einfach eine Schrottkarre war und die Bremsen gequietscht haben :DNoch dazu war besagte Maori einfach super nett. Ich kramte gedankenverloren in meiner Tasche nach etwas und ploetzlich kam sie auf mich zu mit selbstgebackenem Maori Brot und fragte mich, ob ich denn etwas haben wollte. Ich nur im Spass: Sehe ich so verzweifelt aus? Und sie: Maori share. Ich liebe diese Menschen. So freundlich, so offen, so herzlich. Am naechsten Tag, als die gefahren sind, hat sie eine Kiste mit allen Lebensmmitteln gepackt, die sie noch uebrig hatten und uns geschenkt.

Schon mal ein Grund, warum Taupo toll war. Noch dazu kam dann Lake Taupo. Ein superschoener See – endlich mal schwimmen. Der Fluss selbst war auch ein Traum und abends sind wir dann in heissen Quellen baden gewesen. Zuuuuu heiss sag ich euch! Die erste war so heiss, dass man es kaum darin aushalten konnte. Schon faszinierend, was die Natur so schafft. Als wir dann etwas weiter unten waren, war es super toll. Nachts, dunkel, eine Hand voll Leute und man konnte von heissem Wasser zum kalten (also in den Fluss hinein) schwimmen. Wirklich herrlich.

Von Taupo ging es dann nach Rotarua. Auch bekannt als die Stinkestadt. Warum? Weil die komplette Stadt nach faulen Eiern riecht. Das ist wohl einer der wenigen Orte auf der Welt, wo man die Augen zumachen kann und einfach am Geruch erkennt, wo man ist. Die Stadt ist aber dennoch sehr beruehmt, weil zum einen einige Maori Doerfer im Umkreis liegen, die von Touristen als Attraktion besucht werden koennen (brauchten wir nicht, wir kannten ja schon echte Maori, echtes Maori essen und so weiter) und zum anderen vor allem, weil ueberall so genannte Mudpools (blubbernde 100 Grad heisse Schlammpfuetzen) und Krater sind. Daher auch der Geruch: Schwefel.

Rotarua Lake Rotarua - stinkig aber schoen

Das war schon beeindruckend genug, aber dann ging es nach Waiotapu, ein Thermenpark und das war einfach der Wahnsinn! Schlammtuempel, kollabierte Krater, heisse Seen (100 Grad) und so weiter. Das alles natuerlich natuerlichen Ursprungs. Da habe ich das erste Mal in meinem Leben einen Geysir gesehen:

wunderschoen, oder?

Mein Favourit: Artists' Palette und die Champagner Pools. Entstanden sind die 700 Jahre zuvor durch eine hydrothermale Explosion. Sie enthalten Gold, Silber, Quecksilber, Arsen, Schwefel und Antimon. Und woher die ganzen Farben? Alle durch ausgefaellte Mineralien und chemische Verbindungen von verschiedenen Elementen. (zum Beispiel ist Schwefel gelb, Schwefel und Kohlenstoff schwarz und Eisenoxid braun) Aber mal Schluss mit dem Bio-Chemie Kram, der vermutlich nur Mama und Papa interessiert. Guckt es euch einfach an; es ist unglaublich, was die Natur schafft!

Mudpools Schwefel Artist's Palette. Einfach unbeschreiblich schoen! Champaign Pools. Ich wuerde es nicht glauben, wenn ich nicht selber da gewesen waere...

Danach ging es weiter nach Tauranga. Das war wie ueblich: Ganz nett. Sind dann weitergefahren und haben mal wieder Methode Einfahrt schlafen bei einer aelteren Dame gefrag. Die hat uns prompt eingeladen im Haus in einem freien Doppelbett zu schlafen (wieso hat jder Kiwi ein freies Bett rumstehen? Fuer solche Faelle?) Jedenfalls haben wir uns echt super mit Jane unterhalten und am naechsten Morgen gab es auch noch lecker Fruehstueck.

Dementsprechend gut gelaunt kam ein weiteres Highlight: Hobbiton! Katrin ist nicht so der Herr der Ringe Fan, also habe ich die Tour alleine gemacht. Man wurde also mit einem Bus in das Hobbiton Movie Set gefahren und.. war in Hobbiton! Ich war einfach so fasziniert wie echt dieser Ort aussah!

Aus den Schornsteinen kam Rauch, auf den Waescheleinen hing Waesche und in kleinen Gaerten klebten kuenstliche kleine Tomaten an echten Tomatenpflanzen. Das alles fuer ganze neunzehn Minuten, die Hobbiton im Film gezeigt wird. Der Regisseur hat einen Knall! Die Crew wurde ernsthaft jeden Morgen und Abend zum Waesche aufhaengen geschickt, damit im Gras die Laufwege zu erkennen sind. Das Highlight war ja, dass der Baum ueber Bilbos Haus komplett kuenstlich ist! 32.000 angeklebte Blaetter! Weil der Regisseur aber als der Baum fertig war fand, dass die etwas zu hell geraten waren, mussten die Bildner halt alle Blaetter neu anmalen.

Aber sieht schon schick aus, oder? Genau wie im Film. Das fand ich auch so lustig: Es sieht alles genau aus wie im Film, einfach weil es auch keine Bearbeitung benoetigt, weil Neuseeland und dieser Ort (urspruenglich eine Schafsfarm) so wunderschoen ist!

Traumhaft, oder? Endlich fuehle ich mich auch mal gross! Liebe zum Detail.. Here comes Hobbiton Wahnsinn!?

Am naechsten Tag (genaechtigt in der Einfahrt eines netten Herrens) sind wir verdammte sieben Stunden gefahren! Erst hoch in die Stadt Coromandel – Totalenttaeuschung, da war nichts! Dann zum Hot Water Beach – ein Strand, an dem man sich mit einer Schaufel ein Loch buddeln kann, bis man auf den heissen Wasser Strom stoesst und sich somit eine Art Whirlpool selber bauen kann. War schon lustig, wie da alle Leute in ihren Loechern hockten.

Danach ging es noch zur Cathedral Cove (uebrigens der Eingang zu “Narnia” im Film, seht selbst warum:)

Und danach ging es direkt wieder zurueck nach Auckland zu unserer Freundin Mariama. Die hatte extra fuer uns gekocht und somit sassen wir mal wieder einen gemuetlichen Abend zusammen. Eine Tasse Milow und ein Maori Boil up.. was will man mehr?

So wurden wir zurueck in Auckland begruesst. Wie ich diese Stadt liebe! Milow, Pudding und Eis! Das ist Leben nach der Roadtripdiaet

Am naechsten Tag sind wir einfach schoen durch Auckland spaziert, haben hier und da ein wenig geshoppt und nachmittags meine ehemalige Englischlehrerin getroffen, die auch gerade um die Welt tourt. Das war vielleicht witzig! Abends hat sich Katrin dann tattowieren lassen – ich habe natuerlich Haendchen gehalten. Die Zeit in Auckland verflog so schnell wie die Zeit in Neuseeland an sich.

Auckland Skytower bei Nacht

Wir fuehlten uns so zuhause bei Mariama, ihrer Schwester Cecilia und ihrem Bruder Sully. Einmal sassen wir in der Kueche und ganz ploetzlich haben beide angefangen Maorilieder zu singen. So schoen diese Kultur!

An unserem letzten Tag in Auckland waren wir mit Mariama zusammen auf einem Maorimusikfestival. Richtig toll! Einfach in der Sonne sitzen, Musik und das beste Picknick ueberhaupt. Ich kann immernoch nicht glauben, wie die uns da durchgefuettert hatten. Nach einem Monat Oats und Broetchen war das echt zu viel.

Das Picknick Traditioneller Begruessungstanz der Maori Das Festival so gehoert sich das !

Schliesslich wurden wir dann sogar noch von denen um 4 Uhr morgens (!) zum Flughafen gefahren. Da endete dann wohl unser Monat in Aotearoa. Das Auto abgeben war so merkwuerdig – schliesslich haben wir darin gelebt! Diese Zeit war einfach unvergesslich schoen. All die Erfahrungen die wir gesammelt haben, all die Dinge, die wir gesehen haben und all die tollen Menschen, die wir getroffen haben. Ich hoffe ich konnte euch ein wenig daran teilhaben lassen.

Der Weg ist das Ziel, Hauptziel: Sydney!

11Jan2014

Zuerst: Entschuldigung!  Ich hatte Probleme mit meiner App. Leider wurden alle vorherigen Einträge gelöscht was ich echt zum heulen finde!  ENDLICH SIND DIE FOTOS DA :D

 

Weihnachten war tatsächlich genau wie gedacht kein richtiges Weihnachten. Aber man muss sagen es war trotz Sommer und trotz einer langen Autofahrt wirklich richtig schön.  Ein australisches Weihnachten: BBQ am Strand. Für einen Backpacker der Himmel. Einmal nicht Fertigasianudeln und Müsli essen, sondern einfach mal in den Laden und kaufen, worauf man Lust hatte. Ist ja Weihnachten. 

Einfach ein Traum vom Aussie Weihnachten!

Am Abend haben wir dann unser Zelt tatsächlich genau am Strand aufgebaut.  Abgesehen davon, dass die Vögel in Australien nicht singen, sondern es sich anhört,  als würden sie gerade eines schrecklichen Todes sterben, eine echt schöne Nacht.

Seht ihr unser Zelt? Die Polizei hats jedenfalls nicht entdeckt :P

 (Das kleine blaue ganz weit hinten ist unser Zelt) Mein Weihnachtshighlight war dann aber am nächsten Morgen: Ahnungslos und wieder hungrig fuhren wir los. Und da war er. Wie von Engeln gesandt stand er da: Ein Aldi! Mit deutschen Preisen! Also ersteinmal (wortwörtlich) german Lebkuchen gekauft.  Das war das richtige Weihnachten. 

Ja, da steht wirklich LEBKUCHEN

Nächster Halt war Noosa und der Noosanationalpark. Das war glaube ich der Tag an dem och beschlossen habe Teile der Ostküste nochmal zu machen. Eine Kanutour durch die Noosa Everglades... das klingt einfach zu verlockend. Aber immerhin sind wir durch den Nationalpark gewandert, was sich definitiv gelohnt hat.

Mein erster tropischer Vogel? Ist er nicht toll? Ich will ihn Ulli nennen, aber habe keine Ahnung, was fuer eine Art Ulli ist.

Die Nacht haben wir vermutlich illegal auf einem Rastplatz irgendwo im nirgendwo geschlafen. Wie das halt so ist,  wenn man am dauersparen ist. Tatsächlich haben wir sogar bei der örtlichen Polizei angerufen, um zu fragen, ob Wildcampen an diesem Ort den legal wäre.  Der Polizist klang zwar sehr freundlich, meinte aber nur das sei nicht sein Gebiet und er wünsche uns viel Glück.  Ok. Also weiter nach Brisbane. Im Schweinsgalopp die Küste runter. So schnell wie eben geht. Dadurch hatten wir in Brisbane leider nicht so viel Zeit. Auf jeden Fall eine schöne Stadt. Aber so schön auch wieder nicht. 

Hallo und tschuess. Nur ein kurzer Stopp in Brisbane Die Lagune mitten in Brisbane

 Unser nächstes Ziel war dann Surfers Paradise. Dort haben wir dann einen Deutschen, den wir in Cairns kennengelernt haben wieder getroffen. Und es hat echt gut getan mal zwei Nächte an einem Ort zu bleiben. Dadurch konnten wir uns alles ansehen.

Surfers ist einfach cool! Unsere Truppe :) (Der hinten im Bild ist der Mann des Tages, dem wir die Unterkunft zu verdanken hatten)

Wir sind sogar auf den Q1 Tower gestiegen (Marcel würde an dieser Stelle einwerfen "Das mit 233 Metern höchste Wohngebäude der Welt!)

Surfers bei Nacht!

und waren abends endlich mal wieder richtig feiern!     (Aussicht vom Q1Tower) Und trotzdem waren wir Sparfüchse. Warum? Einmal kostenlos bei einer alten Australierin wo besagter Freund wohnte im Garten gecampt und einmal kostenlos in einem richtigen Bett geschlafen. Wo? Bei einem Freund von besagtem Freund, der zur Miete bei einer anderen Australierin wohnt. So läuft das! Beide "Locals" hatten.übrigens folgendes gemeinsam: einen etwas erhöhten Alkoholkonsum und perfekte Kinder, von denen sie ununterbrochen redeten. Das schöne ist aber, dass man wenigstens ein bisschen das australische Leben kennenlernt. Uns wurden die Cricketregeln erklärt (was ein langweiliger Sport! Die haben zwischendurch morning tea, lunch und dinner! ) und zum Abendessen gab es die Reste vom Weihnachtsessen. Zum Beispiel original Plumpudding. Klasse! Schweren Herzens ging es dann weiter. Und plötzlich hatten wir Queensland hinter uns gelassen und fuhren durch New South Wales! 10 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland. Unser nächster Halt war Byron Bay. Ein relaxter kleiner Ort, wo wir aber nur kurz zum Cape Byron hochgelaufen sind und direkt weiter mussten. 

Einfach ein Traum!

Mal eben hoch und mal eben Delphine gesehen!  Richtig viele, wie sie aus dem Wasser gesprungen sind.   Nicht schlecht für mal eben, oder?

Das zweite Mal Delphine gesehen! Begeisterung pur!

Am Cape Byron befindet sich übrigens auch der östlichste Punkt Australiens. Warum ich kein Foto habe?  Weil ichs verpennt habe hinzulaufen. Ich war auf Toilette.  Toll gemacht Alicia, super!  Aber seis drum. Nächster Halt waren die Lennox Heads. Da haben wir dann einen See gesehen, der wirklich komplett schwarz war! Richtig schön und auch echt interessant. Die Verfärbung des Wassers kommt vom Eukalyptusöl, das von den Bäumen ins Wasser gelangt. Echt lustig. 

Der schwarze See!

Der Rest der Fahrt und somit die restlichen Tage waren wirklich nur Fahrt. Zwischendurch hat man dann Stopps gemacht wie.zum Beispiel an besagtem schwarzen See oder in Newcastle, um sich da mal für ein paar Stunden an den Strand zu legen (Newcastle sieht übrigens original wie die Nordsee aus, wir dachten echt wir wären in Little Germany, es war sogar kalt und windig)

Hallo Nordsee?

..  ...aber hauptsächlich war fahren angesagt. Je näher wie nach Sydney kamen, desto schwieriger wurde es eine freien Campingplatz zu finden. Einmal hatten wir Glück und habem nach stundenlangen Fahren noch was gefunden Einmal leider nicht. Nichts mehr frei! Aber klar nach Sydney war es nur noch ein paar Stunden und an Silvester will einfach jeder dort sein! Die meisten sind dabei aber genau wie wir zu geizig die Nächte vorher schon in Sydney zu bezahlen. Verständlich, denn die Preise schiessen in der Weihnachtszeit und dann nochmal extra vor Silvester derart in die Höhe,  dass der arme Backpacker ganz schön in Verlegenheit gerät.  Da kann ein Hostel, das sonst 20$ die Nacht kostet plötzlich 90 $ und mehr kosten - so ist das. Das Blöde nur: je näher man nach Sydney kommt desto saftiger werden auch die Strafen fürs Wildcampen. Bis zu 2000 $! Das Ende von unserer Schlafplatzsuche vor Sydney: Die Jungs haben kurzerhand bei einer Haustür angeklingelt und gefragt, ob wir im Garten unsere Zelte aufbauen dürften.  Tatsächlich war direkt die erste Tür ein Glückstreffer.  Somit hatten wir eine weitere kostenlose Nacht und wir hatten sogar eine Toilette und eine Dusche draußen.  Perfekt also! Und dann endlich endlich am nächsten Morgen: Sydney!!! Marcel und ich hatten bis dato leider immernoch keinen Schlafplatz. Andi und Maren hatten etwas bei einem Australier in der Wohnung organisiert. Da fuhren wir also erstmal hin. Und dann kam Andi, der Held. Der hat einfach ganz spontan gefragt, ob wir nicht im Auto in seiner Einfahrt schlafen könnten. Zack hatten wir zwei kostenlose, wenn auch sehr unkomfortabele Nächte zur teuersten Zeit in Sydney! Nach der Ankunft sind wir direkt los. Das Feuerwerk will nun mal wirklich jeder sehen und wenn man einen guten Platz haben will, sollte man früh anfangen zu suchen. Gesagt getan: Den Tag über saßen wir also am Lavender Bay mit perfekter Sicht auf die Habour Bridge.

Irre! Menschen ueberall nur fuer dieses eine weltberuehmte Feuerwerk wunderschoen bei Nacht!

Und als es dann endlich losging, waren alle Pläne,  das perfekte Foto oder Video zu machen plötzlich über Bord geworfen. Die ersten Raketen stiegen und das Hirn schaltete sich aus. Es war unglaublich! Es wäre echt Verschwendung gewesen, durch die Kamera zu gucken. Durch wildes auf den Auslöser hämmern sind aber ein paar Bilder zusammen gekommen:  So unendlich viele Menchen!  ....aber die perfekte Sicht  ...und das perfekte Feuerwerk!    Frohes Neues! !!!

ohne Worte... ... Happy new year! Definitiv ein Silvester, das ich nie vergessen werde!

Die nächsten zwei Tage haben Marcel und ich dann wie Penner im Auto gehaust.

unser zuhause..

 Entspannt war, dass man morgens einfach mal schön zum Strand gehen konnte, wodurch das neue Jahr wirklich perfekt eingeläutet wurde.

Backpackerleben halt... aber wie man so einen Dosenoeffner benutzt? Keine Ahnung!

 (Frühstück: Thunfischbaguette. Ein echter Backpacker weiss, wie man den Taschenmesserdosenoffner benutzt.... oder auch nicht) Umd natürlich haben wir das Mietauto auch noch genutzt, um einen Ausflug in die Blue Mountains zu machen. Das muss man gesehen haben! Wenn man dort von einem Plateu runterschaut wird einem mal wieder bewusst wie riesig und unglaunlich schön Australien doch ist.

Einfach diese unendliche Weite.. Tourilike :) Three sisters!

 Three sisters - die aborignial legend dazu (kurform) Der Vater der drei Schwestern wollte die drei vor einem bösen Magier schützen und verwandelte die drei mit seinem Zauberknochen in Stein. Sich selbst verwandelte er in einen Vogel, verlor aber leider seinen Zauberknochen. Den sucht er noch bis heute und somit stehen die drei noch immer dort. Zu meinem Glück,  sieht schön aus, oder?    (Unser erster tropischer Vogel! Ganz das Biologenkind hab ich aber keine Ahnung, was das für einer ist) Nacht Nummer 3 konnte ich dann durch Glück mit Katrin, einer Deutschen, die ich in Innisfail kennengelernt habe, in der Wohnung einer Australierin schlafen. Umsonst, versteht sich. Von da an normalisierte sich unser Backpackerleben. Wir haben ein günstiges Hostel gefunden (so günstig war das ursprünglich gar nicht, aber wir wissen ja, wie man handelt). Es ist so schön, 6 Nächte in einem Hostel. .. in einem Bett! Und wir haben Duschen und sogar eine Küche!  Ich glaube es ist super hier für Leute, die gerade von einem Roadtrip kommen. Die erwarten dann nämlich nichts. Da freut.man sich, dass man eine Küche hat und es ist egal, dass die Kühlschranke miefig und feucht sind und nur dreiHerdplatten für 50 Leute zur Verfügung stehen Da ist man froh, ein Bett zu haben und es ist egal, dass sechs.Betten in ein Viererzimmer gequetscht werden und man das Zimmer zudem noch mit ein paar Kakerlaken

Das ist Herbert. Leider mochte ein Maedchen auf unserem ZImmer Herbert nicht und hat ihn kaltbluetig mit Haarspray ermordet. Rest in peace, Herbert.

und tonnenweise Mücken teilt... naja ok die Mücken haben mich dann doch genervt.  Warum ich so von einem Gammelhostel schwärme?  Weil ich weiss, dass der nächste Monat wieder auf der Strasse verbracht wird. Der nächste Roadtrip steht an. Zusammen mit Katrin geht es heute Abend für mich ab nach Neuseeland. Einen ganzen Monat durch Neuseeland mit einem Mietauto

Alles gepackt, Woolloo natuerlich mit am Start. Neuseeland kann kommen!

. Nach genau drei.Monaten Australien.Aber ich werde Australien und vor allem Sydney vermissen. Es war zwar nur eine Woche aber echt eine geniale Zeit!  In 10 Tagen die ganze Ostküste! 

So stolz!

 ...in Sydney Silvester gefeiert! Den Hafen gesehen, im Opernhaus gewesen (das ist übrigens nur.von weitem schön) und über die Habour Bridge gelaufen.

Wie im Fernsehen!

 ...am Bondi Beach relaxt.

Das ist Leben!

 ...einen neuen Reisegefährten geschenkt bekommen! Meinen Sorgenfresser. Er heisst Woolloomolo (wie der Ort wo mein Hostel ist, verrückt oder?) und er wird mich jetzt.immer auf der Reise begleiten und meine Sorgen hoffentlich fressen. Dankr Mama, du bist die Beste! :* Hier ist er übrigens am.Darlinghabour umd guckt sich das Hardrockcafe und die ganzen Streetperformer an.

Hallo, Woolloo!

 ...das Sydney Nachtleben gelebt! Disco und Pubs in Kingscross und hier im Casino am Darlinghabour.

Immerhin haben wir 20 Dollar gewonnen!

 ...und einfach jeden sehenswerten Ort angeguckt, den es zu sehen gibt. Plattgelatschte Füße, aber glücklich.1000 Orte und Straßen..  Und jetzt geht es wieder auf die Reise. (Woolloo kommt naturlich auch mit und freut sich) Nächster Halt: 

NEUSEELAND!

... und mehr als 1000 Orte und Straßen zu entdecken! 

 

Goodbye my lovely Sydney! See u soon! ...I love u!